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Familien- oder Hausandacht – Morgen und Abend

Hinweis zur Kurzfassung – Das Allgemeine Gebetbuch – deutsch

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Nachfolgend eine Kurzauslegung zur Unterstützung der häuslichen Andacht und Pflege des geistlichen Lebens nach anglikanischer Tradition.

Die gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Einladung zu intensiven Studien am St. Benedikt Seminar: Nächstes Präsenzwochenende am 15.-17. Januar: https://benediktseminar.org/


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Gebet – Psalm 119,65-80 (klicken)

Die Psalmabschnitte heute betreffen die hebräischen Buchstaben: Tet V65-71 und Yod V72-80. Mehr zu den hebräischen Alphabet?(-< klicken).

Schriftteil und Anstöße zur Lesung

Lesung: 1. Samuel 21 (klicken)

Notlügen in tiefster Demut

David hat scheinbar ein gutes Verhältnis zur Priesterschaft gehabt, denn er flieht zum zentralen priesterlichen Heiligtum nach Nob, ca. 4km Nordost von Jerusalem. Dort dient der Enkel von Eli. David, in aller Eile aufgebrochen, hat weder Verpflegung noch Waffen mitgenommen und erwartet vom Priester Abimelech Unterstützung. David belügt nicht nur diesen, um sich zu schützen, sondern auch später den König Achis von Gat. Hier wird er sowohl mit geweihtem Brot (Lev 24,5-9) versorgt, als auch mit dem Goliath-Schwert ausgerüstet (K. 17,50ff). Es scheint schon sarkastisch, dass der Bezwinger der Philister und des Goliaths sich nun mit dessen Schwert in eine Philister-Stadt begibt und dort Zuflucht sucht. Er wird dort sogar als König des Landes bezeichnet, obwohl die Philister bis dahin noch nichts von dem Bruch mit Saul erfahren hatten. David ist als angehender König in höchster Todesnot, er erkennt dies und stellt sich als Wahnsinniger und Verrückter dar. Welch eine Erniedrigung am tiefsten Punkt seines Lebens. „Wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden.“ David ist sich nicht zu schade, sich als Wahnsinniger darzustellen und rettet dadurch sein Leben.

Da man glaubte, dass von Verrückten und Besessenen Dämonen ausgehen und die Gefahr des Übertragens auf andere Menschen geschehen könnte, ließ man diesen „Verrückten“ einfach ziehen. Gott bewahrt so durch diese Fügungen und Umstände.

Darf man denn lügen, wird an dieser Stelle oft gefragt? Eine theologischen Antwort lautet so: Wenn die direkte Wahrheit dem Heilsplan Gottes im Wege steht, wie hier z.B. die Salbung zum Königtum vereitelt werden könnte, dann dient sowohl Davids wie auch seiner Frau Michals Lüge dazu, dass der Gesalbte nicht getötet wird und Gottes Plan unvereitelt seine Erfüllung findet. Gott befiehlt nicht Samuel den neuen König zu salben, nur dass er kurze Zeit später doch umkommt. Notlüge kann in bestimmten Fällen für den Heilsplan Gottes und auch für den Bestand und Unversehrtheit der Kirche Christi notwendig sein.


Lesung– Lukas 15,15-32 (klicken)

Rückkehrfeste Gottes feiern nach geschenkter Buße

Jesu Zuwendung und Essensgemeinschaft, also die höchste Form der freundschaftlichen Beziehungen mit den Sündern und Zöllnern, steht unter Gottes Wohlgefallen. Gott stimmt mit dem überein, was Jesus tut. Gerade darin zeigt sich Gottes Liebe, der diese Verlorenen und Fernen sucht und mit ihnen in Beziehung treten will..

Gott ist barmherzig auch gegen undankbare und böse nichtreligiöse Menschen. Gottes Gnade zeigt sich gerade darin, dass er keine Vorleistung von jenen erwartet. Denn das in der Wüste umherirrende Schaf weiß sebst nichts über seine Verlorenheit, um dann Buße zu tun und umzukehren. Auch der verlorene Silbergroschen ist sich nicht dessen bewusst. Bereits die Abschnitte zuvor (V. 1-10) sollen uns anzeigen, dass das Suchen Gottes mit der gewirkten Buße ein Geschenk Gottes ist. Beides ist eine Vorleistung Gottes.

Notlügen immer erlaubt?
Rückkehrfeste nach Sinnesänderung

Was wird uns heute im dritten Gleichnis aufgezeigt? Beim Verlorene Sohn geschieht das Suchen und Finden so, dass dieser mitten im größten Dreck und Schlamassel in der Gottesferne zur Sinnesänderung kommt. Er schlägt plötzlich an sein Herz und sagt: Ich will umkehren und mich zurück zum Vaterhaus kehren. Doch diese Entscheidung ist eine von Gott gewirkte und g e s c h e n k t e Buße im Herzen des Verirrten. Erst nach diesem Geschenk der inneren Sinnesänderung kann er aus der miesen, verlogenen Freundschaft dieser Welt zurückkehren – zurück in die wahre Freundschaft und Gemeinschaft mit Gott. Mit geschenktem Ring, Schuhen und neuem Gewand kann er am freudigen Rückkehrfest des Vaters teilnehmen.

Auch wir sind aufgefordert, uns wie Jesus in neue Beziehungen zu nichtreligiösen Menschen zu begeben, diese Kontakte zu ihnen vertrauensvoll aufzubauen und uns selbst bei ihnen einzuladen oder uns von ihnen einladen lassen. Auf diese Weise beginnt unser Mitsuchen mit Gott. Das ist unsere Mission. Und wir erwarten, dass er zur rechten Zeit vielen verlorenen Schafen die Sinnesänderung schenkt.

Abschlussgebet

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Morgendliches Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all’ unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Oder

Abendliches Gebet um Frieden

O Gott, von Dir kommt alles heilige Verlangen, jeder gute Rat und jede gerechte Tat. Gib uns, Deinen Dienern, den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen willig sind, Deinen Geboten zu folgen. Befreie uns von der Furcht vor unseren Feinden, damit wir unsere Tage in Ruhe und Frieden verleben können. Durch die Verdienste unseres Heilandes Jesus Christus. Amen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.