Familien- oder Hausandacht – Morgen und Abend

Hinweis zur Kurzfassung – Das Allgemeine Gebetbuch – deutsch

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Nachfolgend eine Kurzauslegung zur Unterstützung der häuslichen Andacht und Pflege des geistlichen Lebens nach anglikanischer Tradition.

Die Gesamte Jahreslesung hier zum Downloadhttp://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf

Einladung zu intensiven Studien am St. Benedikt Seminar:

Nächstes Präsenzwochenende am 15.-17. Januar: https://benediktseminar.org/


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Gebet – Psalm 126+127 (klicken)


Schriftteil und Anstöße zur Lesung

2. Samuel 2 (klicken)

Entscheidungen mit oder ohne Gott treffen?

David befragt den Herrn detailiert, ob er aus dem Philisterland wieder ins judäische Land ziehen soll, sogar in welche Stadt. Hebron war Gottes Antwort, der ehemaliger Wohnsitz Abrahams, ca. 30 km südlich von Jerusalem. In dieser damals judäischen Hauptstadt lässt er sich mit seiner Familie, und den Familien seiner Kämpfer, ca. 1000 Personen nieder. Dort wird er von dem einen Stamm Juda öffentlich und rechtskräftig zum König gesalbt und eingesetzt. So öffnet Gott den ersten Schritt auf dem Weg zur Gesamtherrschaft. Der weitere Verlauf steht unter der göttlichen Führung. Nicht so aber bei dem restlichen Israel.

Als die Befehlshaber beider Staatsgebilde mit einer Abteilung ihres Militärs aufeinandertreffen, um „Kampfspiele“ zu beginnen, artet dieses später in Blutvergießen aus. Die jeweils 12 jungen Männer, die sich gegenüberstehen, repräsentieren eigentlich die 12 Stämme Israels. Anstatt das David gegen Goliath hier streiten, kämpfen diese zwei Zwölfer-Reihen stellvertretend darum, welche Seite („Feld der Seiten V 16“), diesen Kampf gewinnen wird. Dabei geht es bei dem Spiel, das todernst ist, um die zukünftige Herrschaft über ganz Israel. Es geht um Abner oder Joab, um Isch-Boseth oder David. Zu Beginn der Auseinandersetzung sterben alle Repräsentanten auf einen Streich. Keine Seite gewinnt. Doch dann tobte er Kampf bis in die Abendstunden, bis Abner für das Nordreich um Einhalt bittet. Er verlor 360 junge Männer, der Süden um Joab nur 20, ein Verhältnis 18:1. Auch dies deutet die zukünftige Entfaltung der Macht Davids bereits an. Weiter erkennen wir, dass Israel von Anfang an zweigeteilt ist und später in zwei Teile zerfallen wird.

Im Norden ist nach der verlorenen Schlacht gegen die Philister der Heerführer Abner mit einem militärischen Rest übriggeblieben, sowie der nicht in der Schlacht teilnehmende oder entkommene letzte Sohn Sauls, Isch-Boscheth. Abner, der eigentliche Machthaber, setzt ihn jetzt, aber ohne Gott im Gebet zu befragen, zum König für das restlichen Israel als Gegenkönig ein. Schon der Name Isch-Bosheth, „Mann der Schande“, deutet auf eine dumme und schändliche Entscheidung für Israels Zukunft hin. Dies war eine Entscheidung Abners gegen Gottes Plan, eine Rebellion an eigener Macht festzuhalten und aus zweiter Reihe heraus zu regieren zu wollen.

Es ist immer falsch, ohne Gebet und ohne den Herrn zu suchen, eine Entscheidung zu treffen, die aus eigenen Machtinteressen heraus bestimmt ist. Am Ende wartet nur Kampf, Verlust und Tod. Die nun folgende Entwicklung Israels findet nicht unter göttlicher Führung statt.

Wir lernen von diesem Vergleich zwischen David und Abner: Wer den Herrn im Gebet bei den wichtigen Entscheidungen des Leben von Anfang an einbezieht, ihn konkret befragt und seinen Rat befolgt, dessen weiterer Weg steht unter göttlicher Führung und seinem Segen. Wer aber dieses Prinzip der Befragung Gottes verwirft, dessen Weg führt später zu Verlust, Jammer und schrecklichem Ende.


Lesung– Lukas 19,27-44 (klicken)

Den König mit Lobpreis oder einst im Gericht bekennen?

Jesus erfüllte bewusst die Prophezeiung von Sach 9,9 und zwar genauso, wie er es in Lk 4,16-21 getan hatte, als er die Prophezeiung von Jes 61,1-2a absichtlich erfüllte. Jetzt kündigte er sich hier beim Einzug in Jerusalem aufgrund der Schrift als König an.

Und weil er dies bewusst tat und einen Esel für diese Prophezeiung zur Erfüllung benötigte, erscheint es, dass er die Benutzung des Esels schon vorher mit dem Besitzer arrangiert hatte. Darauf weisen die Worte, „der Herr bedarf seiner“, hin. Auch als Salomo zum König ausgerufen wurde, setzte man ihn auf ein Maultier und rief ihn als König aus.

Der Lobpreis wird von seinen Jüngern nicht auf das verheißene Reich Davids, sondern auf den König gesprochen. Und der Grund dafür sind seine Wundertaten, die er für sie getan hat. Diesen König ehrt man, indem man ihm huldigt, seine wertvollen Kleider ausbreitet, sich freut und seine Stimme als Opfergabe für ihn erhebt. Das aber wollen die Pharisäer unbedingt verhindern, die ihn nicht als König anerkennen wollen. Sie, die Jesus nicht als König empfangen wollen, werden deshalb auch keinen Frieden finden, weder im Himmel noch auf Erden. Deshalb werden sie als Folge die Zerstörung Jerusalems erleben (im Jahre 70 n. Chr.). Es werden dann die noch übriggebliebene Steine in Jerusalem ein Zeugnis und einen Lobpreis ohne Stimme hinausschreien und dadurch bekennen, dass hier dieser König das Zerstörungsgericht über sie gebracht hat.

Wollen wir doch jetzt schon Jesus als unseren König erkennen, ihm unsere wertvollen Dinge und Stimmen zur Verfügung stellen, und ihn vor den Menschen loben, weil er das große Wunder der Erlösung für uns vollbracht hat.

Abschlussgebet

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Morgendliches Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all’ unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Oder

Abendliches Gebet um Frieden

O Gott, von Dir kommt alles heilige Verlangen, jeder gute Rat und jede gerechte Tat. Gib uns, Deinen Dienern, den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen willig sind, Deinen Geboten zu folgen. Befreie uns von der Furcht vor unseren Feinden, damit wir unsere Tage in Ruhe und Frieden verleben können. Durch die Verdienste unseres Heilandes Jesus Christus. Amen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.