Familien- oder Hausandacht – Morgen und Abend

Hinweis zur Kurzfassung – Das Allgemeine Gebetbuch – deutsch

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Nachfolgend eine Kurzauslegung zur Unterstützung der häuslichen Andacht und Pflege des geistlichen Lebens nach anglikanischer Tradition.

Die Gesamte Jahreslesung hier zum Downloadhttp://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf

Einladung zu intensiven Studien am St. Benedikt Seminar:

Nächstes Präsenzwochenende am 15.-17. Januar: https://benediktseminar.org/


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Gebet – Psalm 132 (klicken)

Schriftteil und Anstöße zur Lesung

Lesung: 2. Samuel 6 (klicken)

Verehrung Gottes Priorität – zum Segen für alle

Damals gab es noch kein nationales Heiligtum. Saul hatte die Stiftshütte und das geistliche Leben vernachlässigt. Aber nicht so David. Deshalb war die Verehrung Jahwes und dessen Sitz in Jerusalem Davids höchste Priorität. Auf dem Weg, die Bundeslade mit dem Zentrum der Verehrung und Gegenwart Gottes – unter Begleitung von 30.000 jungen Menschen – nach Jerusalem zu holen, geschah ein furchterregendes Unglück. Die Bundeslade stürzte von einem neuen Wagen. Usa, der dies verhindern wollte, kam dabei um. Diese Handlung war vollkommen unwürdig (1Sam 5), denn die Lade sollte nach der Schrift nicht gefahren, sondern ehrfürchtig getragen werden. David war darüber so aufgebracht und zugleich furchtvoll, dass er daraufhin die Lade des Herrn für drei Monate an diesem Ort des Geschehens im Haus des Obed-Edom ließ. Man berichtete David später, dass seit dieser Zeit ein umfänglicher Segen auf dessen Haus lag. Dies bewog David, nun endlich die Lade Gottes vorsichtig und würdevoll, aber mit großer Freude nach Jerusalem zu bringen, damit die Gegenwart und der Segen Gottes dort erscheine.

David begleitete dann den priesterlichen Zug von dort aus nicht in seiner Königstracht, sondern in einem einfachen weißen Priesterschurz. In diesem Aufmachung tanzte und sprang bis zur Ankunft in Jerusalem, und dies tat er mit aller Macht vor der Bundeslade. Er fungiert dabei als oberster Priester, ließ die Lade in ein neues Zelt stellen, opferte, ließ dann Fleisch und Kuchen an alle Anwesenden austeilen und segnete danach alle Anwesenden mit dem selbst erfahrenen Segen Gottes. Möglicherweise hat David hier den Psalm 24 komponiert und vorgetragen. Er tat dies in äußerster Niedrigkeit und Demut. Diesmal gelang die Überführung und der Einzug nach Jerusalem mit unschuldigen Händen.

Wir beobachten aber auch, dass nicht alle an diesem gegenwärtigen und zukünftigen Segen der Gegenwart Gottes teilnahmen. Seine Frau Michal, eine Tochter Sauls, verachtete in ihrem Stolz Davids erniedrigende Haltung vor dem Volk. Auch diese hatte eine Auswirkung auf die spätere königliche Nachfolge. Sie bekam kein Kind, und damit wurde die Vorsehung Gottes ausgeführt. Kein Nachfolger Sauls würde die Dynastie weiterführen.

Möchten auch wir den Segen Gottes in unserem Haus, in unserer eigenen Wohnung und für die Familie und Umgebung erfahren? Wenn ja, dann sollten wir einen besonderen Platz in einem Teil der Wohnung einräumen, der für wichtige Symbole wie die Schrift (Bibel) und das Kreuz Christi – als Zentrum der Erlösung-bereit steht. Bei wem gibt es dies heute noch? Und wenn, suchen wird dann regelmäßig in der STILLE durch Schriftlesung und Gebet die Gegenwart Gottes? Diese Gegenwart Gottes soll gleichermaßen auch in der Kirche, der Versammlung der Gläubigen, gesucht werden. Denn wenn wir unsere kleinen und größeren Versammlungen nicht verlassen, wird die Freude und der Segen Gottes auch uns immer wieder sichtbar zuteil.

 Lesung– Lukas 20,20-40 (klicken)

Weisheit und Schriftkenntnis lösen Konflikte

Die Angriffe vor Jesu Leidensweg häufen sich. Nicht nur die Schriftgelehrten, Pharisäer und Hohenpriester suchen einen Grund, Jesus aus dem Weg zu schaffen, sondern auch die allgemeine Priesterschicht, die Sadduzäer. Zu Beginn schleust die erste Gruppe ihre verdeckten religiösen V-Männer in die Gemeinschaft um Jesus ein. Ihr Plan ist, ihn mit manipulierten Fragen in eine Falle zu locken, damit er sich unter Zeugen belastet, um ihn dann nach dem römischen Besatzungsrecht und auch nach jüdischen Recht anzuklagen. Zuerst geht es um die ca. 100,- Euro Jahressteuer pro Person an Rom. Lehnt sie Jesus ab? Jesus erkennt bei der ersten Gruppe sofort die Falle und stellt klar, dass Steuern zu zahlen kein Anzeichen dafür ist, dass man disloyal gegenüber der irdischen oder himmlischen Obrigkeit ist. Denn die irdische ist ja auch von Gott eingesetzt, um u.a. Steuern einzunehmen. (Röm 13, 1-7). Das eine schließt das andere nicht aus.

Nun erkennt die zweite Gruppe der Sadduzäer, die sich aus der Priesterschicht zusammensetzt und nur von der Thora, den fünf Büchern Mose aus sich leiten lässt, dass ihre Stunde gekommen ist. Die Sadduzäer glauben nichts außerhalb ihrer begrenzten theologischen Auslegungen, nichts von dem, was später die Propheten über das Toten- und Himmelreich, die geistige Welt, die Engel und Auferstehung sagten. Ihre irdische Vorstellung von der Fortsetzung der erdgebundenen Gattung Mensch durch Heirat und Zeugung übertragen sie deshalb auf den Himmel. Sie meinen, dort lebt es sich wie im Irdischen so weiter. Deshalb die Fangfrage hier mit den sieben Brüdern und einer Frau, als ob diese sich nun im Himmel die Frau wieder siebteln dürften oder Jesus sie vielleicht einem der Brüder als Frau falsch zuordnen würde, ist irrelevant. Jesu geht nicht darauf ein, sondern überzeugt sie mit ihrer eigenen begrenzten, aber doch vorhandenen theologischen Wahrheit, und zwar mit dem Teil der Schrift, die sie verehrten. Denn so wie dieser Abschnitt von Abraham, Isaak und Jakob spricht (Ex 3,6), erkennt man klar, dass die Erzväter nach ihrem irdischen Abscheiden immer noch lebten. Und dies ist auch ein Beweis ihres Lebens jetzt bei Gott und ihrer Auferstehung. Von dieser spricht bei genauer Kenntnis der jüdischen gesamten Schrift natürlich auch: Daniel 12,2.

Erkennen wir an der Weise des Umgangs Jesu mit Menschengruppen und unterschiedlichen Denkmustern und ihren dahinter versteckten Motiven, dass dabei Folgendes wichtig ist. Wir müssen sowohl den Geist der Weisheit und Unterscheidung besitzen als auch gute persönliche Schriftkenntnis, um dann spezifisch jeder Gruppe oder einzelnen Menschen) treffende Antwort und Hilfe zu geben und selbst vor Gott und Menschen unangreifbar dar zustehen.

Abschlussgebet

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Morgendliches Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all’ unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Oder

Abendliches Gebet um Frieden

O Gott, von Dir kommt alles heilige Verlangen, jeder gute Rat und jede gerechte Tat. Gib uns, Deinen Dienern, den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen willig sind, Deinen Geboten zu folgen. Befreie uns von der Furcht vor unseren Feinden, damit wir unsere Tage in Ruhe und Frieden verleben können. Durch die Verdienste unseres Heilandes Jesus Christus. Amen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.