Familien- oder Hausandacht – Morgen und Abend

Hinweis zur Kurzfassung – Das Allgemeine Gebetbuch – deutsch

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Nachfolgend eine Kurzauslegung zur Unterstützung der häuslichen Andacht und Pflege des geistlichen Lebens nach anglikanischer Tradition.

Die Gesamte Jahreslesung hier zum Downloadhttp://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf

Einladung zu intensiven Studien am St. Benedikt Seminar:

Nächstes Präsenzwochenende am 15.-17. Januar: https://benediktseminar.org/


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Gebet – Psalm 136,1-15 (klicken)


Schriftteil und Anstöße zur Lesung

Lesung: 2. Samuel 10      + 11 klicken)

Aktiv im Kampf siegen, passiv in Bequemlichkeit unterliegen

Kapitel 10. Kämpfen mit Macht ermöglicht den Sieg. Obwohl David Freundschaft und Frieden mit dem neuen Ammoniter-König Hanun suchte, geschah das Gegenteil. Durch unüberlegten Rat der Oberen des neuen Königs kam es zum Krieg und verheerenden Niederlage der ammonitischen sowie der Söldnerheere der Aramäer V 18. David trat mit dem gesamten Heer Israels gegen sie an und erschlug 40.000 Soldaten der gegnerischen Truppen.

Kap. 11 Ruhen und Bequemlichkeit verführt zur Unmoral und zum Fall

Danach befand sich David nach der Winterpause bequem in seinem Palast, nahm nicht mehr an den Frühlingseroberungskämpfen zur Sicherung und Vergrößerung des Landes teil. Mit dem Bericht, dass er hier den Tag verschlafen hatte und am späten Nachmittag erst aufstand und planlos auf dem Flachdach seines Palastes spazieren ging, soll aufgezeigt werden, dass er nicht in einen geordneten Tages- und Arbeitsplan eingespannt war. Anstatt er sich an der neuen Frühjahrs-Militäraktion aktiv als Heerführer beteiligte, fällt er durch Bequemlichkeit und unstrukturierte Verhaltensweise in Versuchung die Gebote Gottes zu brechen: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau; Du sollst nicht ehebrechen (Ex 20,17 + 14). Als König hat er aber Vorbildfunktion und soll nach dem Gesetzbuch Gottes sein Leben gestalten. Auf Ehebruch stand jedoch in Israel die Todesstrafe. Sollte aber der oberste Verantwortliche für die Gesetzgebung sich selbst anklagen und verurteilen? Davids begeht hier also Ehebruch, verstrickt sich in vertuschende und dann mörderische Pläne, bei dem am Ende nicht nur der betrogene Ehemann, sondern auch noch weitere unschuldige Soldaten ihr Leben an vorderster Fron lassen müssen.

Was können wir neben anderen Lektionen besonders von diesen beiden Kapiteln lernen? Kap 10. Es ist gut, beständig in einen aktiven Lebenskampf vor Ort und um die Sicherung des Lebens eingebunden zu sein. David kämpft im Frühjahr an der Front um die Sicherung und den Schutz des Landes Israel. Eingebunden in diesen Plan gerät er nicht in die Gefahr zu sündigen, sondern er wird herausgefordert, mit seiner Mannschaft gemeinsam zu kämpfen und zu siegen.

Kap. 11 Im nachfolgenden Abschnitt wird deutlich die Gefahr beschrieben, dass bei einem unstrukturierten Leben oder Tagesablauf mit Hang zum Bequemen, Sinnlichen und Nichtstun, jeder Mensch, ob niedrig oder hoch sozial gestellt, in Versuchung und Sünde fallen kann. Bei König David führt dies sogar zu Ehebruch und Mord.

Auch können wir dies auf die heutige Situation übertragen. Bei einem nicht aktivem Einsatz und Kampf für das Evangelium und den für Aufbau der lokalen Gemeinde oder weltweiten Kirche Christi besteht die Gefahr, unüberlegt die eigenen Kräfte intern in der Kirche Christi zu vergeuden und dort und sündig Streit hervorzurufen. Anstatt das Evangelium mit einem Gemeindeteam an den Mann oder die Frau zu bringen, zerfleischt man sich im Team über nutzlose interne Themen, Nebensächlichkeiten oder andere Befindlichkeiten, die auch noch geistlich und fromm verpackt werden. Dabei merkt man gar nicht, dass man selbst schon in Sünde gefallen ist und den Kampf um das Evangelium und die Mission bereits verloren hat.

Lesung– Lukas 21,25-38 (klicken)

Hoffnung, Sicherheit und Stärke durch Gebet.

Den Mond, den Mars erobern und von der weltweiten Coronapandemie bedroht zu werden, sind das kosmische Zeichen der Endzeit? Ängste, die dadurch vermehrt durch weltumfassende Zeichen entstehen, verbreiten meist nicht für die Gläubigen, sondern für die ungläubigen Menschen Schrecken und starke Unsicherheit. Doch für den gläubigen Christen bedeuten solche himmlische und weltumfassende Ereignisse Hoffnung auf eine baldige Wiederkunft ihres Herrn.

An dem hier dargestellten sinnbildlichen Blühen des Feigenbaumes (Israel) und auch aller Bäume (die Welt) soll auf das baldige Herannahen des Gottesreiche hingewiesen werden. Mit dem Hinweis auf „das Geschlecht“ wird auf die letzte zukünftige Generation hingewiesen, bevor Christus wiederkommt.

Obwohl hier ein verzögertes Reich angedeutet wird, gilt doch für jede für Christus lebende Generation, dass ihr wichtigster Auftrag darin liegt, täglich zu wachen und zu beten. Wollen wir wachsam sein, dass wir nicht in Versuchung und Sünde fallen wie König David. Wollen wir auch vermehrt Zeit zum Psalmengebet und freien Gebeten einplanten, damit wir für jeden Tag Gottes Stärke empfangen.

Die große Endzeitrede ist ein Hinweis, dass trotz aller Bedrängnisse in dieser Welt der Christ gelassen, getrost und freudig auf das zweite Kommen Jesu wartet. Zuerst spricht Jesus eine Prophetie über den Tempel aus, die im Jahre 70 erfüllt wurde. Er wurde damals vollkommen zerstört.

Mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 wird die aber die Heilsgeschichte erfüllt. Doch das ist nicht das Ende, sondern dieses Ende tritt erst ein, wenn die Zeiten der Heiden erfüllt sind. Bis zu diesen Zeiten sollen wir als Jesu Zeugen bis ans Ende der Erde unterwegs sein. Darüber schreibt Lukas in der Apostelgeschichte 1,8. Nutzen wir denn unsere jetzige Zeit als Gemeinde Jesu dafür?

Abschlussgebet

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Morgendliches Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all’ unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Oder

Abendliches Gebet um Frieden

O Gott, von Dir kommt alles heilige Verlangen, jeder gute Rat und jede gerechte Tat. Gib uns, Deinen Dienern, den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen willig sind, Deinen Geboten zu folgen. Befreie uns von der Furcht vor unseren Feinden, damit wir unsere Tage in Ruhe und Frieden verleben können. Durch die Verdienste unseres Heilandes Jesus Christus. Amen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.