Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Schriftteil

AT– 3. Mose /Levitikus 27

https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose27

Gebet – Psalm 140

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm140

NT – Markus 11,1-11

https://www.bibleserver.com/EU/Markus11%2C1-11


Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Levitikus 27 – Gelübde brechen wird teuer – halten bringt Segen

Im Alten Testament finden wir keine Vorschrift, dass neben dem Bundesgelübde Israels („der Herr ist mein Gott“) ein weiteres Gelübde abgelegt werden musste, noch das zusätzlich zur speziellen Priester- und Levitenweihe weitere Menschen oder Dinge Gott geweiht werden sollten. Nasiräer – oder Mönchsgelübde geschahen immer freiwillig.

Wenn aber Menschen aus besonderer innerer Hingabe sich zu solchen freiwilligen Gelübden oder Weihen entscheiden würden, sollten sie dieses „cool“ und mit allen Konsequenzen überdenken, dann erst entsprechend handeln und das Versprechen auch halten. Deshalb spricht Jesus (Mt 5,37) Eure Rede sei vielmehr ›ja ja – nein nein‹; jeder weitere Zusatz ist vom Übel (oder vom Bösen- Menge).

Wenn also schon solche Versprechen Gott gegeben wurden, dann müssen sie auch gehalten werden. Und das sollte auch in der Praxis dem Mitmenschen gegenüber ohne Wenn und Aber gehandhabt werden. Werden aber impulsive und unüberdachte Gelübde gesprochen, kann dies teuer werden. Doch dann bestand immer noch die Möglichkeit, dieses Versprechen oder Gelübde zu lösen. Besser gesagt: Man konnte sich aus solch einer misslichen Situation herauskaufen.

Auch bei diesen Angelegenheiten sollte Gottes Volk Seine Heiligkeit und vollkommene Aufrichtigkeit im Alltag und dem Nächsten gegenüber wiederspiegeln. Sie sollten die Wahrheit sagen und auch tun. Deshalb auch die Mahnung in Prediger 5,2-5Wenn du Gott ein Gelübde tust, so zögere nicht, es zu halten.

Die Ablösung von Gelübden- und Weihegaben wird in diesem letzten Kapitel für Einzelfälle aufgelistet: V 2-8 für Personen; V 9-13 Tiere; V 14-15 Häuser; V 16-26 Ländereien, V 25 den Messwert finanziell zu bewerten; V 26-27 die Erstgeburten – Menschen oder Vieh; V 29-29 Banngut, das Gott gehört; zum Schluss V 30-24 die Zehntenabgabe für alle.

Wir finden Beispiele von überlegten Gelübden wie z.Z. bei Hanna, die schon ihren ungeborenen Sohn Samuel Gott im Tempel durch ein Gebet versprach und dies dann auch einhielt (1Sam 1+2), dann auch solche unüberlegte, wie der Richter Jephthah (Ri 11,30-40), der entweder seine Tochter tatsächlich opferte oder als Art „Nonne“ weihte und sie dem Opfer eines nicht verheirateten Lebens geweiht wurde.

Zum Schluss wird in Levitikus unwillkürlich auf das bewusste Ganzopfer des Lebens der Gläubigen hingewiesen (Römer 12,1+2). Das gesamte Leben soll bewusst, überlegt und aufrichtig aus Liebe zum Schöpfer gelebt werden. Spontan, emotional und unüberlegte Entscheidungen und Proklamationen haben nicht nur beziehungsmäßige, sondern auch finanzielle Konsequenzen in jedem Leben. Das gesamte Leben ist zu wertvoll und kostspielig, Falsch-Endscheidungen zu treffen. Land (Besitz) und Leben sind Geschenke Gottes und gehören ihm. Deshalb gehört die Erstgeburt eines Menschen oder Tieres symbolisch und wirklich zuerst Gott, kann aber ausgelöst werden. Auch sie wird am hier finanziell bewertet. Der Arbeitswert eines im Leben stehenden Mannes hatte 50 Silbertaler / Shekel wert (ca. eineinhalb Monatsverdiente). Der Arbeitswert eines Sklaven betrug 30 Shekel. (Jesus wurde also unterbewertet von Judas verkauft und verraten).

Die Zehntenabgabe schließt das Thema der Hingabe ab. Sie ist ein Zeichen dafür, dass alles Wertvolle Gott gehört. Genau hier finden wir die einzige Stelle, wo der Anteil von 10% klar erwähnt wird. Doch gab es weiter noch den zweiten Zehnten (5Mo/Deu 14,22) und einen dritten in jedem dritten Jahr (5Mo/Deu 14,26 und 16,12). Zählt man dies zusammen ergibt sich eine jährliche Heiligtumsabgabe von 23%, mehr als jegliche Kirchensteuer. Wem wurde diese übergeben? Natürlich den Leviten, die den praktischen Dienst am Heiligtum und die Unterhaltung sicherten. Diese wiederum gaben ihren Zehnten an die Priester weiter und sie wiederum ihren Zehnten an den Hohenpriester.

Dieses Prinzip der Hingabe und finanziellen Haushalterschaft wird von Jesus und Paulus im Neuen Testament weitergeführt: Wer das Evangelium verkündet, der soll auch vom Evangelium (1Kor 9,11-15) leben. Um dieses Anliegen soll sich besonders die christliche Ortsgemeinde und auch die Gesamtkirche durch die Verantwortlichen kümmern. Die Gesamtgemeinde und jeder Einzelne soll Verantwortung für den „Zehnten“ nach Vermögen bringen. Damit zeigt jeder Christ aus Dankbarkeit, dass auch sein „Land und Leben“ Gott gehört. Der Zehnte oder die freiwilligen Gaben wurden auch im Neuen Testament nicht abgeschafft, sondern sind weiter ein Zeichen unserer Hingabe und dienen vorrangig der Evangeliumsverkündigung vor Ort in und der Weltmission. Wollen wir dies neu für unser Leben überdenken und auch praktizieren? Was ist könnte da unsere persönliche und und auch finanzielle Antwort sein?

Vielleicht die eines englischen Chorus’: Take my life and let it be consecrated, Lord, to thee, take my moments and my days, let them flow in ceaseless praise. Auf Youtube in Deutsch: –https://www.youtube.com/watch?v=8ZwdLFYiV-4


NT – Markus 11,1-11 – König zieh nicht zur Herrschaft, doch zur Erlösung ein

Wir werden in die Leidenswoche in Jerusalem eingeführt. Doch nur die ersten drei Tage werden nachfolgend beschrieben. Jesus erscheint beim Einzug als königlicher Herrscher mit alttestamentlichen Motiven durch folgende Schriftzitate. Die ausgebreiteten Kleider erinnern an 2Kö 9,13; das Eselsfüllen bezieht sich auf Sach 9,9. Es erinnert auch an König Salomo, der auf dem königlichen Reittier seines Vaters David zu seiner Krönung ritt: Da sprach der König zu ihnen: Nehmt mit euch die Großen eures Herrn und setzt meinen Sohn Salomo auf mein Maultier und führt ihn hinab zum Gihon (1Kö 1,33). Das Hosianna-Rufen erinnert an die Pilgerpsalmen (Ps 118,25). Sie sind Huldigungsrufe an den messianischen König mit der Bitte: Herr, hilf doch!

Markus beweist auch hier wieder seine These von (Kap 1,1), dass Jesus der Gottessohn und Sohn Davids ist. Das bald kommende Davidsreich (V. 10) dient dazu, dass die zerfallene Hütte Davids wiederaufgebaut werden soll (Apg 15,16). Jesu Einzug hat nicht das Ziel, ein irdisch politisches Reich für Israel noch ein irdisches Heiligtum aufzurichten, sondern ein Friedensreich, das mit dem Sündenfall verloren gegangen war. Dieses will er durch seine bald stattfindende Kreuzigung in Ewigkeit wieder aufrichten.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.