Familien- oder Hausandacht – Abend

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Während der Ferienzeit wird der fortlaufende Abschnitt aus der Morgenlese – Lektionar AGB – mittwochs und samstags benutzt: Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Gebet – Psalm 32 (klicken)

Schriftteil und Anstöße zur Lesung

Lesung: 5Mo/Deuteronomium 2,1-25 (klicken)

Kurze Einleitung zum Verständnis des gesamten Buches 5. Mose / Deuteronomium

Das Buch Deuteronomium wird von alttestamentlichen Theologen unterschiedlich betrachtet. Bis 1960 wurde es meist als zum deuteronomistischen Geschichtswerk zugehörig bezeichnet, zu dem Josua, Richter, 1.+2. Samuel und 1.+2. Könige gezählt wurden. Es soll im 7. Jahrhundert v. Chr. durch den Fund dieses Gesetzbuches unter König Josia (621) entstanden sein. Damals sollten nach Wegführung des Nordreiches die übrigen levitischen Landpriester keine Höhenopfer mehr darbringen und die Anbetung nur noch auf Jerusalem ausgerichtet werden. Nach dieser Theorie würde das 4. Buch Mose, das wir kürzlich betrachtet hatten, die Thora (das Gesetz) hier abschließen. Dies widerspricht sicherlich dem jüdisch-rabbinischem Verständnis, auch dem inneren Zusammenhang des Alten Testaments an sich, wie auch dem vielfältigen Gebrauch, Betonung und der Wertigkeit im NT durch Jesus, durch die Apostel und Evangelisten in den Evangelien und auch in den Briefen. Eine ausführliche Erörterung beider Seiten kann hier nicht erfolgen.

Zu dem Missverständnis hat sicherlich die Septuaginta Übersetzung mit dem Wort „deutero-nomium“zweites Gesetz -beigetragen, während der hebräische Titel Kap.1,1 „… dies sind die Worte“ für uns nicht besonders aufschlussreich ist.

Neuere Forschungen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts begründen die Einheit des Pentateuchs aber damit, dass das 5. Buch Mose deutlich dem Vorbild der Lehn-, Vasallen- oder Oberherrschaftsverträge (Suzerain Treaties) der Hettiter aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. folgt. Dies sind Verträge zwischen einem hetitischen König und Vasallen (Unterkönig und / oder Volk). Der Herrscher legt den besiegten Vasallen einen gnädigen Vertrag vor, dem sie zustimmen und sich an die Vertragsbedingungen halten sollen, damit sie dann unter seinem Schutz friedvoll leben können.

In diesem Sinne präsentieren vor dem Einzug in das Verheißene Land und dem Tod ihres Führers Mose – „Dies sind die Worte…“ (Das gesamte Buch Deuteronomium) – den Bundesvertrag Jahwes mit seinem Volk Israel.  Die Struktur wird hier in Anlehnung hetitischer Verträge erkennbar.

  1. Historisches Vorwort  – K 1,6-3,29
  2. Vertragsbedingungen K 4-26
    • Grundbedingungen und Vorschriften 4,1-39; 5,1-11,32
    • Einzelvorschriften K 12,1-26,19
    • Erläuterungen über Abschrift und Bundeserneuerungszeiten K 27
  3. Segen bei Einhaltung oder Fluch bei Untreue K 28-30
  4. Zusammenfassung K 29+30
  5. Nachwort: Regelungen zur Fortsetzung des Bundesvertrages K 31-34
This Boundary stone is a commemorative monument giving the history of a private individual. He was an official in the Temple at Morduk. It was erected by his son and shows the two together in respectful poses. It was made between 900 and 800 BC

Dieses Buch beschreibt die gnädige Beziehung des Gottes Jahwe mit seinem Volk, das sich im Neuen Testament mit erweiterten Prinzipien noch deutlicher fortsetzt und erfüllt.

Das Buch ist eine Einheit unter dem Thema Bundestheologie und rechtem Gesetzesverständnis. Dieses durch die kritische alttestamentliche Orthodoxie erkannte Schlüsselthema – von Deuteronomium durchgehend bis 2. Könige – bestärkt einerseits positiv die Einheit des Buches. Andererseits ist ihre unbewiesene Redaktionskomposition gegenüber der älteren Tradition der ca. 3000 Jahre zuvor bekannten „Lehnsverträge“ abzulehnen.

Mose beginnt in Kapitel 1, dem Volk Israel das Gesetz auszulegen. Er wiederholt das bereits bekannte Gesetz und wendet es im Leben des Volkes an, erinnert sie, wie sie in den 40 Jahren den Willen Gottes erlebten, gehorsam oder auch ungehorsam waren, mit allen damaligen Konsequenzen. An diese einschneidenden Dinge ihres Lebens konnten sie sich noch gut erinnern. Hier erfahren wir, was mit einer richtigen Auslegung des Gesetzes gemeint ist und wie die Schriftauslegung durch Gottes Verkündiger gehandhabt werden soll (V 5), sie treffend und erinnernd im Leben der Menschen einzusenken und sie zum Handeln zu motivieren.

Das Ziel dieses „Historischen Vorworts“ ist von Anfang an deutlich: „Zieht hinein und nehmt das Land der Verheißung ein (V 8)!“ Bei einer rechten Schriftauslegung geht es immer darum, das gute irdische oder geistliche Land einzunehmen. Als Ergebnis solcher Schriftauslegung sollte bei den Zuhörern immer eine Lebensveränderung enstehen, ähnlich wie bei Christus, dessen Leben eine ganze Schrifterfüllung war.

In Kapitel 2 wird das Volk besonders an die Güte und Versorgung Gottes erinnert, der 40 Jahre mit ihnen gewesen war, und dass sie an nichts einen Mangel gehabt hatten (V 7). Danach werden sie wieder mittels Auslegung des Gesetzes durch Mose ermutigt und motiviert, jetzt auszuziehen, zu kämpfen und das Land der Amoriter einzunehmen V 24.



Lesung–
Joh 5,31-47 (klicken)

Über diese Lesung meditieren und selbst eine Anwendung finden.

Abschlussgebet

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Abendliches Gebet um Frieden

O Gott, von Dir kommt alles heilige Verlangen, jeder gute Rat und jede gerechte Tat. Gib uns, Deinen Dienern, den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen willig sind, Deinen Geboten zu folgen. Befreie uns von der Furcht vor unseren Feinden, damit wir unsere Tage in Ruhe und Frieden verleben können. Durch die Verdienste unseres Heilandes Jesus Christus. Amen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.