Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf

Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.


Schriftteil

AT– 3. Mose /Levitikus 9

https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose9

Gebet – Psalm 119,33-48

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm119%2C33-48

NT – Markus 6,14-29

https://www.bibleserver.com/EU/Markus6%2C14-29

Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Levitikus 9 – Die Mutter aller irdischen Gottesdienste

Nach der Weihe des Bundeszeltes mit allen Geräten und einer siebentägigen Ordinationsfeier der angehenden Priester, die den regelmäßigen Gottesdienst halten sollen, beginnt am 8. Tag, also dem ersten Tag der Woche, der erste gemeinsame Gottesdienst der Priester mit dem Volk Gottes. Das Ziel eines jeden Gottesdienstes ist der Herrlichkeit Gottes zu erfahren mit der Segnung, die am Ende direkt von Gott kommt.

Der Ablauf dorthin für die Priester und das Volk führt für beide durch den gleichen Ritus. Um in die Gegenwart Gottes zu gelangen werden vom Priester, wie auch vom Volk, Sündopfer, Brandopfer und Dankopfer gebracht. Beim Gottesdienst und Zutritt zu Gott geht es zuerst immer um die persönliche Reinigung von Sünden durch stellvertretendes Blutvergießen, dann als nächstes beim Brandopfer, das eigene Leben Gott zum Opfer darzubringen, und folgerichtig danach mit dem Dankopfer und extra Speisopfer Gott zu danken und ihm von den alltäglichen Dingen des Lebens einen Teil als Opfer darzubringen.

Wie wird Gott auf solch eine persönliche Herzens- und Lebenseinstellung der Priester und des Volkes antworten? Mose und Aaron gehen danach in die Stiftshütte und damit in die Gegenwart des Herrn. Und was sie von dort empfingen, das brachte der Hohepriester Aaron mit heraus und legte es auf das gesamte Volk. Diese Gebetsgeste des Segens (siehe 4Mo/Num 6, 24-26) ist das Symbol der tätigen Kraft Gottes für das Volk. Erst jetzt erscheint das von Jahwe ausgehende Feuer und verzehrt alle zuvor bereitgestellten Opfer. Damit soll gezeigt werden, dass nicht nur diese Opferhandlungen von Gott angenommen wurden, sondern das gesamte aaronitische Priestertum, diese Art des Gottesdienstes für das priesterliche Volk von Gott stammt. Gott hat nur diesen Ablauf des Gottesdienstes mit den Priestern und seinem Volk angenommen und eingesetzt, keinen anderen. Das Feuer Gottes (wie auch später bei Gideon, David und Salomo), das zum Schluss vom Himmel fällt, ist Gottes Zusagen und Segensbestätigung.

Wie aber soll heute unser Gottesdienst gestaltet werden? Kann sich diesen jeder selbst, jede christliche Gruppe, jeder Gemeinschaft oder Kirche zusammenstellen? Vielleicht, dass man jeden Sonntag einen Grund auf neuen, künstlerischen und modernen Ablauf entwirft? Fragen wir zurück, stammt dann dieser von Gott, und hat der Verantwortliche einen Auftrag von „Mose“ nach Gottes Plan erhalten? Wollen wir uns als Christen doch an Hebr 9,1 orientieren. „Es hatte zwar auch der erste Bund seine Satzungen für den Gottesdienst und sein irdisches Heiligtum.“ – Demnach hat auch der neue Bund seine Satzungen und ein irdisches Heiligtum, zwar anders, aber doch auch. Und so finden wir viele Hinweise deutlich im Neuen Testament. Deshalb ist nicht jeder, auch noch so schön empfundene „Gottesdienst“, schon Gott gefällig, es sei denn, dass er die biblischen Elemente des Sündopfers, Brandopfers und Dankopfers inklusive der Belehrung des berufenen Priesters oder Pastors enthält. Erst dann liegt der Segen Gottes auf solch einer Anbetungsstätte und kann das dort durch die Gläubigen dargebrachte „geistliche Opfer“ mit echtem Feuer entflammen.


NT – Markus 6,14-29 Stabübergabe der Bußprediger

Mit Herodes ist Herodes Antipas, Vierfürst, gemeint, den man wegen seiner politischen Gerissenheit auch Fuchs nannte. Die Verse 17-29 verdeutlichen in drastischer Form die Gefangennahme des Bußpredigers Johannes des Täufers und seinen Tod. Jesus verkündete danach in gleichem Stil und mit größerer Autorität die gleiche Botschaft des Gerichts, der Buße und der anbrechenden Gottesherrschaft. Nach Daniel 7 schloss dies auch das Ende der Weltreiche ein. Herodes war deshalb in seinem Gewissen getroffen und um sein Reich besorgt, besonders weil das Volk Jesus als einen verheißenen oder wieder auferstandene Propheten ansah.

Markus stellt hier Jesus als den größeren Propheten und Nachfolger Johannes des Täufers vor. Sein Werk geht hier zu Ende und Jesus nimmt den Stab auf und trägt ihn bis zum Ziel. Seine Botschaft wird nicht nur vom einfachen Volk gehört, sondern dringt auch in das Gewissen der herrschaftlichen Klasse und bis zum König Herodes selbst vor. Ob jetzt Herodes Antipas bereit ist Buße zu tun und sein Leben dementsprechend zu verändern?

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.