Familien- oder Hausandacht

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Gebet – Psalm 17

https://www.bibleserver.com/EU/Psalm17

Schriftteil und Anstöße

Alttestamentliche Lesung: 4.Mo/Numeri 17

https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose17

Erwählte oder nicht erwählte Leiter, mit welcher Frucht?

Eine Bewegung ähnlich wie von politischen Gruppen behauptet: „Wir sind das Volk“ oder kritischen kirchlichen wie, „Kirche von unten“, wird durch die sogenannte Rotte Korah und mit anderen angesehenen Führern des Volkes hervorgebracht Sie wollten die die Leitung innerhalb der Priesterschaft und die Führung des Volkes bestimmen oder übernehmen. Damit rebellieren sie gegen Gottes Anordnungen und eingesetzte Leiterschaft (ein hierarchische Leitung von oben). Als Antwort Gottes kamen 250 Männer mit ihren Sippen auf tragische Weise – durch Feuer und Erdrutsch – vor den Augen aller um. Denn diejenigen, die sich anmaßten Priester zu sein, brachten mit ihrer priesterlichen Anmaßung – durch ihre mit Weihrauch gefüllten Opferpfannen – nur Leid und Tod über sich, ihre Sippen und auch über das ganze Volk.

Als ob diese Warnung nicht schon genug gewesen wäre, empörte sich am nächsten Tag das gesamte Volk gegen Mose, Aaron und damit gegen Gott selbst. Die Antwort Gottes kam prompt: Eine Pandemie ohne Ankündigung – eine Plage beschreibbar wie die Pest – ein Gericht Gottes mit plötzlich fast 15.000 Toten. Hatte denn eine Krankheit und Plage etwas mit Sünde und dem Gericht Gottes zu tun? An dieser Stelle sicher und auch in Zeiten der Geschichte Gottes und auch heute noch.

Wie wurde diese sich plötzlich ausbreitende Seuche gestoppt? Nur durch den lebensrettenden Einsatz der von Gott bestimmten Priester: Mose konnte hier nicht mehr wie am Sinai bitten, sein Leben für das Volk zu opfern. Er konnte auch nicht noch einmal gegen Gott argumentieren, dass er seine eigenen Verheißungen und Pläne und sein Zeugnis in der Welt zunichtemachen würde. Es gab nur noch eine Lösung, die eigentliche Aufgabe eines Hohenpriesters wahrzunehmen, Nahebringer, Gnadenbringer und Versöhner zwischen Gott und Menschen zu sein. Dieses von Gott gegebene Amt gründete sich nicht auf subjektive Dinge der Menschen, sondern im objektiven göttlichen hohenpriesterlichen Amt. So stellte sich dann Aaron auch in den Riss, begab sich mitten unter die Seuchenplage, betete und räucherte zwischen den Lebenden und Toten. Nur so stoppte er den Zorn Gottes. Dies tat er uneigennützig, riskierte sein Leben, und zwar genau im Gegensatz zu den vorigen Leitern der Rotte Korah. Ihnen ging es um doch nur um eigennützige Vorteilnahme, Mitbestimmung und Macht, nicht um Gottes und des Volkes nützliche Hilfen. Sie aber brachten mit ihrem selbsterwählten Priestertum mit nachhaltiger Auswirkung auf das Volk nur Unheil und Tod hervor. Dagegen opferte sich der Hohepriester Aaron, setzte sich selbst der Lebensgefahr aus. Er brachte aber durch seinen Einsatz die Gnade und Versöhnung durch die Gebete und den sichtbaren Weihrauch unter die Betroffenen und unter dem Zorn Gottes Stehenden. So ist Versöhnung, so muss der wahre Frieden sein! Und diese Versöhnung kommt hier nicht durch das von unten selbsterwählte, sondern durch das von oben geschenkte Priestertum Gottes.

Auch heute sollten alle, die in einem christlichen Dienst stehen, sich neu fragen: Ist mein Amt und Dienst, subjektiv, selbst erdacht und selbst erwählt, egal, ob im etablierten kirchlichen oder freikirchlichen oder ganz unabhängig christlichen Bereich? Oder stehe ich in einer göttlichen Linie zum objektiven Amt des Hohenpriesters Jesus, der Nachfolge und Vollmacht der ursprünglichen Apostel und der von ihnen danach eingesetzten Bischöfe? Und wenn ja, verkündige ich auch das sukzessive, ursprüngliche und klare Evangelium Jesu mit gleicher Kraft zur Sündenvergebung und Errettung vom ewigen Tod zum ewigen Leben? Denn nur dieses Amt und dieser Dienst wird blühen und Ewigkeitsfrucht bringen.

Dass nun bei der endgültigen Prüfung des geistlichen Amtes unter allen zur Prüfung aufgestellten Leitungsstäbe nur Aarons Mandel-Stab blühte, hatte besondere Bedeutung: Das hebr. Wort für Mandel hat die Bedeutung von Fleiß und Wachen. Der Mandelbaum ist einer der frühesten blühenden Bäume in Israel mit besonders herrlichen Blüten. Der von Gott eingesetzte Stamm Levi mit Aaron als Repräsentanten sollte über das Volk Gottes eifrig wachen, blühen und Früchte tragen. Dies deutet auch der Prophet Jeremia (1,11-12) damit an: Einen Mandelzweig sehe ich. Da sprach der HERR zu mir: Du hast richtig gesehen; denn ich wache über mein Wort und führe es aus.

Wollen wir auch heute an diesen Mandelzweig denken. Gott wacht über jedes Amt und jeden Dienst seiner Kirche mit dem Ziel, dass durch jeden göttlichen Dienst herrliche Blüten und gute Früchte entstehen.



Neutestamentliche Lesung
Markus 15,6-20a

Diesen Text lesen und selbst meditieren!

https://www.bibleserver.com/EU/Markus15%2C33-41


Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.