Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Gebet – Psalm 18

https://www.bibleserver.com/EU/Psalm18

Schriftteil und Anstöße

AT– 4 Mo/Numeri 18 – Eine wichtig Frage: Was sollen wir für das Heiligtum Gottes tun?

https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose18

Gott spricht hier direkt zu Aaron, dem Hohenpriester über Ämter und differenzierte Dienste (V 1-7). Dann folgen Hinweise zu den Abgaben zur Finanzierung des heiligen Dienstes (V 8-32), nämlich, dass zuerst der Zehnte des Volkes Gottes an die Leviten als ihren persönlichen Besitz gehen soll. Diese wiederum geben gleich das Beste dieses Zehnten an die Priester und diese wiederum ihren Zehnten an den Hohenpriester. Als Verantwortlicher, der dieses Prinzip umsetzen sollte, war wiederum Mose (V28) als Leiter des Volkes Israel eingesetzt.

Die Aufgabe der Priester und Leviten bestand darin, nicht nur für die Verfehlungen und Schuld der Priester und Leviten am Heiligtum (im inneren Bundeszeltes) Sühne zu erwirken, sondern auch für alle Verfehlungen des Volkes Gottes, dass sich um die Stiftshütte mit ihren Zelten lagerte. Dabei geht es nicht nur um die normalen Verfehlungen (Lev 16,6), sondern auch für die unheilig oder missbräuchlich dargebrachten heiligen Gaben (Ex 28,38).

Um diesen gesamten Sühnedienst vor Gott zu unterhalten, werden Abgaben vom Volk erwartet. Das Prinzip ist einfach und verständlich. Alles gehört Gott, das Land und die Leute. Dazu gehört auch der abgegrenzte Bezirk des Heiligtums und die dargebrachten heiligen Gaben. Auch das Leviten- und Priesteramt ist ein Geschenk Gottes an sein Volk. Das hervorgehobene Wort in diesem Kapitel ist „heilig“ in verschiedenen Abstufungen. Heilig meint hier „zu Gott gehörend“.

Die Leviten und Priester besitzen keinen irdischen Besitz wie alle anderen des Volkes, auch nicht wie die ägyptischen Priestern mit damals besonderem Besitz und Ländereien. Ihr Besitz ist nur Gott allein. Und von allen unterschiedlichen Opfern und Gaben für den Altar der Stiftshütte lebten sie. Das war der Lohn für ihren geistlichen Dienst. Das sind umgerechnet bei wehrfähigen 600.000 Männern und ca. 12.000 dienstfähigen geistlichen Männer am Heiligtum (das ist 50:1 – :10% = 5) fünfmal so viel Einkommen als ein normaler Israelit, der irdischen Besitz and Vieh und Land besaß. In der Praxis bei allen Lebensumständen und nicht immer pünktlichen Bezahlung war die Versorgung des geistlichen Amtes sicherlich nicht immer dem Prinzip entsprechend.

Die Einkünfte kommen aus den folgenden Quellen. 1) Der ganze Zehnte des Volkes für die Leviten ist eine großzügige Regelung für den geistlichen Dienst (5Mo/ Deut 12,18+ K 14,27-28). 2) Weiter sind die Leviten verpflichtet, von diesem Zehnten wiederum ihren besten Zehnten dem HERRN zu geben und an die Priester abzuliefern (V 25-29). 3) Die Priesterklasse gab dann wiederum ihren Zehnten an Aaron, den Hohenpriester weiter. 4.) Ein warnender Hinweis auf einen leichtfertigen Umgang mit diesem heiligen Zehnten (Abgaben an Gott) wird hier besonders auch an die geistlichen Diener gerichtet, sich genauso an dies Prinzip zu halten, nicht nur das Volk.

Zehntscheune in Jesberg

Mit dem Zehnten wird deutlich, dass alle nicht ein besonderes Opfer bringen, sondern einen Anteil, der sowieso Gott gehört. An diesem Zehnten haben sich in der Vergangenheit für den Kult-(Gottesdienst) und Weltbereich die Babylonier bis hin zu den Römern orientiert. Die frühe Kirche hat immer auf dieses Prinzip zur Finanzierung des geistlichen Amtes hingewiesen. Bereits Paulus schreibt (1Kor9,14) „So hat auch der Herr befohlen, dass, die das Evangelium verkündigen, vom Evangelium leben sollen“. In Bezug auf die Höhe der Bezahlung gegenüber anderen normalen Berufen lesen wir im Neuen Testament: Älteste, die leitend in der Gemeinde tätig sind und ihren Dienst gut versehen, haben doppelten Lohn verdient, besonders wenn sie sich mit ganzer Kraft als Prediger und Lehrer einsetzen.

Obwohl diese Abgaben damals freiwillig, meist mit zum Herrenmahl / Eucharistie gebracht wurden, wurde 585 n. Chr. – dieses als Rechtspflicht verkündet und erst 1848 durch Gesetze in Deutschland aufgelöst und anders gestaltet. Bei den Mitgliedern der beiden Großkirchen beträgt die Kirchensteuer 9% von der pauschalierten Lohnsteuer. Dieser Betrag liegt viel niedriger als der biblische Zehnte des Volkes Gottes als Anerkennung, dass alles im Leben Gott gehört, und auch mit diesem Geld das Reich Gottes, seine Mitarbeiter und die Mission zur Ausbreitung des Evangeliums finanziert werden soll. Über dieses Prinzip des Zehnten allgemeinen und die persönliche Anwendung im Besonderen, sollte sich jeder Nachfolger Christi und auch Geistlicher erneut vor Gott Gedanken machen: Was gehört Gott und was kann ich zur Finanzierung der Kirche, meiner Gemeinde und der Mission beitragen.

Die Anglikanische Kirche in Deutschland als Diözese der internationalen Reformierten Episkopalkirche und zugehörig zur Anglikanischen Kirche in Nordamerika finanziert sich nach diesem Prinzip. Von den Spenden der Gemeinden gehen 10% an das Bistum, das Bistum wiederum überweist jährlich von diesem Zehnten ihren Zehnten an die Verwaltung der Gesamtkirche, diese wiederum finanziert die Gesamtausgaben und den Erzbischof. Dieses Prinzip sollten auch alle Freunde und Glieder der Gemeinden verstehen und mit unterstützen.

In weltlicher Anlehnung an den berühmten Spruch von John F. Kennedy: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, frage, was du für dein Land tun kannst.“ Dieser Leitsatz ist auch ein Aufruf zum Handeln des Einzelnen, für die Allgemeine Kirche Christ das Richtige zu tun.


Neutestamentliche Lesung

NT – Markus 15,42-47

https://www.bibleserver.com/EU/Markus15%2C42-47

Diesen Text lesen und selbst meditieren!

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.