• Gebetbuch
  • Gebetbuch – Erklärungen
  • Morgenandachten – Kurzfassung
  • Vorwort + Lektionar

Das Allgemeine Gebetbuch

~ Das Gebetbuch gründet sich auf die klassische Version von 1662

Das Allgemeine Gebetbuch

Archiv des Autors: Bischof Meyer

30. Juni – Hauskirche

30 Dienstag Jun 2020

Posted by Bischof Meyer in Allgemein

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Schriftteil & Homilie/Hinweise

AT– 4. Mose /Numeri 8

https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose8

Gebet – Psalm 150

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm150

NT – Markus 13,14-23

https://www.bibleserver.com/EU/Markus13%2C14-23


AT – Numeri 8 – Berufene Menschen in den Dienst Gottes führen

Das Bundeszelt wurde nach göttlichen Vorschriften und geordneten Abläufen eingeweiht. Nachdem durch die 12 Vertreter der Stämme Israels der Altar eingeweiht wurde, wurde als nächstes der siebenarmige goldene Leuchter mit Erklärung zur richtigen Benutzung freigegeben. Dieses Licht sollte vom Einbruch der Dunkelheit bis zur Dämmerung am Morgen das Innere des Heiligtums erhellen. Es ist kein ewiges Licht, das immer Tag und Nacht brennt. Es erhellte die 12 Bundesbrote der Gemeinschaft der 12 Stämme im Heiligtum auch in der dunklen Nacht. Gottes Bundesgemeinschaft wird auch für das Volk in der Dunkelheit fortgesetzt.

Diese Verheißung gilt auch allen wahren Christen in jeder dunklen Situation ihres Lebens. Jesus ist das Licht der Welt, wer ihm nachfolgt, wird nicht in der Dunkelheit wandeln.

Danach werden die Leviten als Priesterassistenten den diensthabenden Priestern zur Seite gestellt. Wir wollen im Sinn behalten, dass normalerweise der Erstgeborene als Familienpriester fungierte. Durch die Auslösung der Leviten als Mittler für alle Erstgeborenen der Stämme, nahmen sie jetzt diese neue Verantwortung wahr. Die ganze Gemeinde Israel identifizierte sich nun mit den Leviten durch die Auflegung der Hände. Das Dienstalter wird hier mit 25 Jahre beschrieben. An anderer Stelle jedoch mit 30. Wahrscheinlich dienen die ersten 5 Jahren als Lehrjahre. Danach werden sie ab 30 auch berechtigt, die heiligen Geräte und Teile des Bundeszeltes zu tragen. Später, als der Tempel erbaut ist, beginnt das Dienstalter schon mit 20 und endet immer mit 50 Jahren.

Die Weihe der Leviten unterscheidet sich etwas von der Weihe der Priester (Lev 8). Sie werden zu Beginn mit reinem Wasser gewaschen und ganz äußerlich gereinigt, damit sie einen reinen Dienst beginnen können. Das Reinigungswasser wird nur hier in V 6 deutlich erwähnt. Das war praktisch die Levitentaufe, die sich danach selbst durch den nachfolgenden Dienst zum Opfer brachten, dies geschah nicht durch Untertauchen, sondern durch Besprengen (7,3 & 8,9f) in gleicher Weise taufte auch der Priestersohn Johannes Jesus im Jordan. Danach begann der Dienst.

So wie ein Opfer, das auf den Händen vor dem Altar hin und her geschwungen wurde, wurden sie lebendig als Opfer Gott gebracht. Sie aber sollten ab jetzt den Priestern in allen praktischen Handlungen assistieren.

Im Neuen Testament wird diese Mission weitergeführt. Des Apostel Paulus gesamter Missionsdienst wird als ein priesterlicher Dienst für Gott beschrieben. Paulus gewinnt durch das Evangelium Menschen zum Glauben, der dann die Menschen zum Gehorsam Gott gegenüber führt. So wie der Priester die Gaben des Volkes Gottes zum Altar brachte, sie hin und her vor Gott geschwungen hatte, so bringt Paulus als Priester die neu gewonnen Gläubigen aus seinem Missionsdienst vor Gottes Altar:

„Sodass ich ein Diener Christi Jesu unter den Heiden bin, der mit dem Evangelium Gottes wie ein Priester dient, auf dass die Heiden ein Opfer werden, das Gott wohlgefällig ist, geheiligt durch den Heiligen Geist“.

Biblische Mission ist immer eine priesterliche Mission. Es geht nicht nur darum, dass das Evangelium verkündet wird, sondern dass danach die Menschen gelehrt und vorbereitet werden (durch Katechese und öffentliche Weihung) ihr Leben ganz Gott zu weihen, Gott und auch der Kirche Gottes als Assistent zur Verfügung zu stehen.

Wollen auch wir uns im gleichem Sinn bewusstwerden, dass wir Assistenten am Altar und im Haus Gottes sind, um ein lebendiges Opfer zu werden. Dann aber gilt uns, wie auch Paulus, andere Menschen für den Glauben zu gewinnen und sie zur Hingabe an den Altar Gottes zu führen.


NT – Markus 13,14-23 – Das Wort Jesu in Krisenzeiten beachten

Wir können an dieser Stelle nicht auf alle Hintergründe und Bedeutungen der großen Bedrängnis in der Vergangenheit oder Zukunft eingehen, die bereits Daniel prophezeit und in der Offenbarung des Johannes anklingt. Es werden aber auf jüdische biblische Überlieferungen hingewiesen, die die Flucht aus Judäa betonen. Sicherlich sind damit auch die schrecklichen Geschehnisse um die Zeit des Jüdischen Krieges (vor der Tempelzerstörung 70 n.Chr.) gemeint.

Mitten in diesen furchtbaren Ereignissen wird der Gemeinde damals und uns ein Wort des Trostes geschenkt, dass diese Zeit eine verkürzte Zeit sein wird (V20).

Uns wird gerade in der jetzigen Zeit auch klar, dass wir schwierige Zeiten nüchtern und mit geheiligtem Verstand beurteilen müssen. Wir dürfen uns nicht in schwärmerische Bewegungen, grundlose Verschwörungstheorien oder neue prophetischen Erkenntnisse verwickeln lassen. V 23 wie auch der V 9 (Ihr aber seht euch vor!) zuvor, ermahnen kritisch und aufmerksam alles zu beobachten, dann uns aber vorzusehen, achtzugeben auf das, was Jesus uns zuvor schon gesagt hat und uns damit an das gesamte prophetische Wort der Heiligen Schrift zu halten.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Beschreibung und Bedeutung des

siebenarmigen Leuchters: (<-klicken)

Teilen erwünscht:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
  • Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
  • Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
  • Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
  • Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
Gefällt mir Wird geladen …

Zitat

29. Juni – Apostel Petrus – Gedenktag

29 Montag Jun 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche, Sonn-&Feiertage

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Aufrag der weltweiten Kirche Christi festgelegt

Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Tag der Apostel Petrus (und Paulus)

Liturgische Tagesfarbe rot

Tagesspruch:

„Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Rettung verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König.“ (Jes 52,7)

Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Schriftteil und Homilie /Anstöße zu den Lesungen

NT– Apg. 12,1-11

https://www.bibleserver.com/EU/Apostelgeschichte12%2C1-11

Gebet – Psalm 96

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm96

NT – Matthäus 16,13-20

https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us16%2C13-20

Petrus erhält in diesem Abschnitt eine besondere Stellung für die Kirche und ihren Auftrag. Diese Bedeutung wird durch Frage und Antwort erarbeitet. Sie wird danach nicht nur für Petrus, sondern für die Apostelschar, die frühe Jesusgemeinde und die Gesamtkirche Christi festgeschrieben.

Das Wortspiel, das hier vorliegt, gründet sich auf Petrus aramäischen Namen Kephas und griechen Namen Petros – mit gleicher Bedeutung: Fels. Dann folgt: auf diesen „Petra“ will ich meine Ekklesia-meine Kirche- bauen (oiko-domäso). Hier steckt schon vorweggenommen schon alles drin, was sich in Zukunft – mit Apg. 2 Pfingsten und dem Beginn der Kirche Christi – ereignen soll. Über die unterschiedlichen kirchlich-theologischen Auslegungen soll hier nicht im Einzelnen gesprochen werden wie: Hat Petrus die Vorrangstellung, auf den sich die einzig wahre Kirche gründet? Ist es das Petrusbekenntnis (Messiasbekenntnis) auf das sich  zentral die allgemeine Kirche gründet? Ist es die besondere Offenbarung vom Vater im Himmel, der als ewiger Fels im Alten Testament dargestellt (hier als Petra-massives Felsengebirge), auf den sich das neu entstehende Haus Jesu (Oikos) gebaut werden soll?

Doch Petrus bekommt hier eine Vorrangstellung. Diese nimmt er als Apostelsprecher ein, als er das neue Zeitalter des Heilige Geistes und der Kirche Christi einleitete (Apg 2) und das Tor des Evangeliums bei Kornelius (Apg. 10) und darüber hinaus öffnete. Die Bedeutung liegt einmal darin, dass Jesus ihm die Autorität der Schriftauslegung und Entscheidungshoheit in himmlischen Dingen übergibt und damit sie aus der Hoheit der Schriftgelehrten endgültig herausnimmt. Die Entscheidung über den Zugang zum Himmel und das ewige Leben liegt damit im Schlüsselamt, das damit mit Petrus den Aposteln und der Kirche übergeben wird. Dies Vollmacht (Joh 20,21-23) besteht in dem Auftrag, die Sündenvergebung allen zuzusprechen oder auch nicht zuzusprechen. Dieses Schlüsselamt ist damit nicht nur Petrus, sondern allen Aposteln und ihren verantwortlichen Nachfolgern in der gesamten Kirche Christi übertragen worden. Deutlich wird dies noch einmal im Missionsauftrag in Lukas 24,46-48 herausgestellt.

In der Anglikanischen Kirche wird dieser Auftrag wahrgenommen. Man erkennbar dies in der Liturgie gleich am Anfang beim täglichen Gottesdienst im Morgen- und Abendlob. Nach dem Schuldbekenntnis der Gemeinde, weil sie in Gedanken, Worten und Werken weiterhin gesündigt hat, wird stellvertretend durch den Liturgen (Bischof, Pfarrer / Priester) die Vergebung allen wahrhaft bußfertigen und gläubigen Christen verkündigt und zugesprochen.

Abschlussgebete

Tagesgebet

Allmächtiger Gott. Der Du durch Deinen Sohn Jesus Christus Deinen heiligen Apostel Petrus (und Paulus) viele vorzügliche Gaben verliehen und ihm/ihnen ernsthaft befohlen hast, Deine Herde zu weiden. Wir bitten Dich: Gewähre, dass alle Bischöfe und Hirten Dein heiliges Wort gewissenhaft predigen und ihre Gemeinden dasselbe auch willig befolgen, damit sie die Krone der ewigen Herrlichkeit empfangen. Durch Deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.


Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Umfangreiche Ausführungen zum Aposteltag:

https://www.heiligenlexikon.de/BiographienP/Petrus.htm

Teilen erwünscht:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
  • Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
  • Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
  • Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
  • Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
Gefällt mir Wird geladen …

25. Mai – Hauskirche

25 Donnerstag Jun 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen nach dem Lektionar der Anglikanischen Kirche i.D. werden an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen unterbrochen. Die gesamte Jahreslesung finden sie hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Schriftteil

AT– 4. Mose /Numeri 4,28-49

https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose4%2C28-49

Gebet – Psalm 145

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm146

NT – Markus 12,38-34

https://www.bibleserver.com/EU/Markus12%2C28-34


Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Numeri 4 ,29-49 Berufen, um zu dienen und Lasten zu tragen

In Kapitel 3 wurden auf Gottes Anordnung hin alle männlichen Nachkommen Levis ab dem ersten Lebensmonat für den Dienst am Heiligtum gezählt. Es waren insgesamt 22.000 Diener auf die zurückgegriffen werden konnte. Unter den drei Söhnen Levis – Gerson, Kehath und Merari – hatte Merari die geringste Anzahl von Jungen im Alter von einem Jahr. Nun aber wird uns zum Abschluss in K 4 deutlich, dass sie bei erneuter Zählung in dem Altersabschnitt 30-50 die größte Anzahl von dienenden Männer stellen konnten. Sie konnten etwa 500 mehr Männer zum Dienst aufstellen als die anderen Abteilungen der Leviten.

Wir erkennen, dass Gott nach seinem Ratschluss diejenigen aussondert, die am Ende für seinen Dienst auch die meisten und fähigsten Helfer stellen werden. Er gibt für jedem Dienst die Stärke und Helfer für die zu erwartenden Aufgaben. Die Merariter hatten damit genügend Helfer, um das gesamte Gerüst und alle Teile der Zeltkirche zu transportieren. So stellen wir fest, dass für den unterstützenden praktischen Dienst mehr fähige Männer vorhanden waren als für den angeseheneren Dienst im inneren Heiligtum an den heiligen Geräten. Diese Konstellation finden wir im Reich Gottes auch heute noch. Diejenigen, die sich in und für den Dienst in der Welt sozial und missionarisch engagieren, sind mehr als die, die in Amt und Position der Gemeinde- und Kirchenleitung für Gott tätig sind. Und gerade diese Personen sind wichtig, denn ohne sie könnte die soziale und missionarische Arbeit in der Welt gar nicht geleistet werden.

Wir erkennen auch an dieser Stelle das spätere neutestamentliche Prinzip von Epheser 4,1-16. Dort wird auf die Vielfalt der Gaben in der Gemeinde hingewiesen. Sie sollen in einem Geist unter Leitung von Ämtern und Diensten (den Gelenken und Sehnen) für den Aufbau des Körpers der Kirche Christi eingesetzt werden und miteinander im Dienst Christi arbeiten. Dies bedeutet vor allem, die Lasten der christlichen Gemeinschaft und die der Welt zu tragen. Die Gelenke, die diesen Dienst steuern, sind die Ämter: Apostel, Hirten und Lehrer; die Glieder, die den Dienst tun sollen, das sind alle Gläubigen mit ihren Begabungen. Sie sollen zum Dienst und zur Arbeit in Kirche und Welt eingesetzt werden. Der Transport des Heiligtums, die Reise der alten und neuen Kirche Gottes durch diese Welt, ist ein riskantes und abenteuerliches Unternehmen Gottes. Jeder Christ sollte sich damit einbinden lassen und erkennen, zu welchem Dienst und zu welcher Traglast er in dieser Zeit berufen wurde.

NT – Markus 11,27-33 – Die Liebe als Eintritt ins Reich Gottes

Die 10 hebräischen 10 Gebote bestehen aus 613 Buchstaben. Der gesamte Pentateuch soll deshalb durch Schriftgelehrte in 613 Gebote und Verbote eingeteilt worden sein, nämlich in 365 negative und 248 positive. Diese wiederum wurden in wichtiger und unwichtigere Gebote eingeteilt, die mehr oder weniger eingehalten werden sollten. Nun wollten die Pharisäer Jesu Einstellung zum Gesetz herausfinden. Sie hofften ihn als „liberal“ kennzeichnen zu können. Deshalb ihre bestimmte Fragestellung. Jesus antwortet darauf mit dem ersten Satz des täglichen Gebets der Juden: „Höre Israel“, und erweitert dies durch Zitate aus Gottes eigenem Wort (5Mo/Deu 6,4+5), dass Gott Herr allein ist. Daran schließt er gleich das zweitwichtigste Gebot an, das mit der Liebe zu den Mitmenschen zu tun hat (3Mo/Lev 19,18). Damit geht er auf das grundlegende Prinzip ein, von dem aus alle Gebote auszulegen sind. Die aufrichtige Liebe zu Gott und den Menschen ist ein im Leben fixiertes Prinzip, das einander zugeordnet ist und nicht voneinander getrennt werden kann. Der Schriftgelehrt ist aufrichtig und erkennt öffentlich, dass Jesus in Übereinstimmung mit der Schrift lehrt und dass die Gottes- und Nächstenliebe als zentrales Motiv vor jeglichen kultischen äußeren oder Opferhandlungen der Priester steht. Mit dieser Erkenntnis beginnt bei ihm und bei allen Menschen der persönliche Zugang zum Reich und der Herrschaft Gottes im Leben. Damit enden die Streitgespräche auf einem sehr hohen Niveau, friedlich und führen beinahe zur Bekehrung eines ehrlichen Schriftgelehrten.

Haben wir die Liebe Gottes für unser Leben erkannt? Gott hat uns und die Welt so sehr geliebt, dass er seinen Sohn am Kreuz für uns opferte, damit wir das ewige Leben erhalten. Das Opfer hat Er gebracht, aber das Motiv und worauf es ankommt, das ist die Liebe Gottes zu uns. Haben wir diese Liebe erkannt, ergriffen, sind ihr nicht nur nahe, sondern auch in das Reich der Liebe Gottes eingetreten? Wenn dieses so ist, dann werden wir durch die Liebe motiviert, auch persönliche Opfern zu bringen.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Teilen erwünscht:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
  • Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
  • Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
  • Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
  • Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
Gefällt mir Wird geladen …

24. Juni – St. Johannis-Tag

24 Mittwoch Jun 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche, Sonn-&Feiertage

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Tagesspruch

„Dies ist das Zeugnis Johannes des Täufers: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Joh 3,30)


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.


Schriftteil

Lesungen nachfolgend anklicken und im Internet lesen:

AT– Maleachi 3,1-7b+23-24

Gebet – Psalm 113

NT – Lukas 1, 57-80


Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT– Maleachi 3,1-7b +23-24 – Altes Testament endet mit Hinweis auf Johannes und seinen Dienst

Maleachi schenkt uns einen Blick auf den Vorläufer – Boten – von Jesus Christus, auf den Täufer Johannes, der einen ähnlichen Dienst tun soll.

Zu Maleachis Zeit macht das Volk Gott müde, indem es an der Gerechtigkeit Gottes nörgelt und zweifelt. Die Sünden des Volkes (V 5) werden vorgebracht. Es handelt sich um unmoralische und gewalttätigen Leute, denen es auch noch gut geht. Doch der Prophet dreht den Spieß um und sagt zu diesen Nörglern: Kümmert euch nicht um die Unfrommen und Gesetzlosen im Volk Gottes, sondern greift Euch selbst an die Nase. Ihr seid selbst Betrüger, denn ihr liefert nicht den nach dem Gesetz vorgeschriebenen Unterhalt für die Priester ab, wie es (5Mo/Deut14,22ff und 3Mo/Lev27,30) im Gesetz vorgeschrieben ist. Wenn ihr aber eure Hingabe damit bezeugt, dass ihr selbst den Zehnten voll ins Gotteshaus bringt, werde ich die Fülle des Segens auf euch gießen. Dann wird nicht alles wie bisher unter euren Händen zerrinnen und nichts übrigbleibt.

Maleachi spricht zu den vermeintlichen Frommen, weil sie immer noch wie Jakob listige Betrügersöhne sind. Er aber, der gerechte und treue Gott, hat alles unter seiner Kontrolle und wird seinen Heilsplan vollenden. So endet in V3,23-24 das Alte Testament nicht mit einer euphorischen Wohlfühlbotschaft, sondern mit dem Hinweis auf den Propheten Elia zusammen mit Mose (V. 22). Beide sind Zeugen des Gesetzes, Mose als Gesetzgeber, Elia als der furchtlose Prophet, der den Baalspriestern ein Ende macht und das Volk wieder zurück zum Willen Gottes führt.

St. Johannes Ausschnitt aus: Isenheimer Altar – wikipedia

NT – Luk 1,57-80 – Johannes ein brennend Licht, der auf Jesus hinweist.

Die Fortführung der alttestamentlichen Prophezeiung beginnt damit, dass uns eine vorbildliche Priesterfamilie vorgestellt wird, die„untadelig in allen Geboten und Satzungen des Herrn lebte“ (Lu1,7). In diese Familie hinein wird nun Johannes geboren, der auch noch Cousin unseres Herrn wird. Ganz natürlich folgen die Eltern nach seiner Geburt dem Gesetz. Johannes wird am 8. Tag beschnitten und dann erzogen von Kindheit an nach dem Gesetz Gottes. Was wird aus solch einem Kind, wenn unter diesen Bedingungen erzogen wird, geschehen? Die Hand des Herrn wird mit ihm sein!

Zuerst wird uns das Danklied des Zacharias vorgestellt V69-75, dann der prophetische Glückwunsch in V 76-79. (Kammerchor singt)

Dieses Danklied wird uns in der lateinischen Bibel als Benediktus, der Lobgesang des Zacharias, vorgestellt. Dieses Lied soll bestätigen, dass das Ereignis genau mit der prophetischen Weissagung übereinstimmt (Ps 105; 1Sam 2,1ff). Der prophetische Glückwunsch bringt die Beziehung zu Jesus ins Spiel. Johannes soll durch seine Botschaft den Weg des Herrn und seine Erlösung vorbereiten (Mal 3,1+Jes 40,3). Worin besteht sein zentraler Auftrag? Er soll die Herzen der Menschen vorbereiten, dass sie das Heil (durch Jesus) erkennen. Dies geschieht aber nur durch folgende Vorbedingung, der persönlichen Annahme der Sündenvergebung. Indem Johannes das Gesetz als Spiegel den Menschen vorhält, ihnen ihre Sündhaftigkeit aufzeigt, die dann erkannt und bekannt werden kann, öffnet sich erst der Weg zur Erkenntnis des Heils in Jesus Christus. Jesus greift dann diese Botschaft wieder auf, wenn er auf die Buße als Abkehr vom gottlosen Leben hinweist und den nachfolgenden Generationen diesen Akt als Eingangstür zum Heil vorstellt. „Dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern“ (Lu 24,47). Sündenerkenntnis und Buße / Sinnesänderung sind auch heute noch Voraussetzung für den wahren Glauben an Christus und die Annahme seines Heils (Apg 2,38; 5,31-35). Johannes ist Vorbild für alle nachfolgenden Evangelisten. Er war ein brennendes und strahlendes Licht (Joh 5,35), das in der Dunkelheit auf das Heil in Christus leuchtet.

Benedictus in English mit Gitarre

Abschlussgebet

Tagesgebet zum Johannistag

Allmächtiger Gott. Durch Deine Vorsehung wurde Dein Knecht Johannes der Täufer – von Wundern begleitet – geboren und dazu gesandt, den Weg Deines Sohnes durch die Predigt der Buße zu bereiten. Lass uns seiner Lehre und seinem geheiligten Leben folgen, sodass wir wahrhaftig Buße tun, wie er gepredigt hat, und nach seinem Beispiel immerzu die Wahrheit sprechen, Böses mutig beim Namen nennen und um der Wahrheit willen auch geduldig leiden. Durch Deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Teilen erwünscht:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
  • Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
  • Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
  • Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
  • Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
Gefällt mir Wird geladen …

23. Juni – Hauskirche

23 Dienstag Jun 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Schriftteil

AT– 4. Mose /Numeri 4

https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose4%2C1-28

Gebet – Psalm 145

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm145

NT – Markus 12,18-27

https://www.bibleserver.com/EU/Markus12%2C18-27


Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Numeri 4 –Dienst und spezielle Aufträge für die wandernde Kirche

Von der Abstammung her wurden die Leviten bereits mit dem ersten Lebensmonat gezählt, aber im Bezug auf das Amt und Dienst erst mit 30 Jahren erneut gezählt. Später in Kapitel 8,24 wird der Beginn ihres Dienstes auf 25 Jahre herabgesetzt und bei König David (1Chr 23,24-32) sogar auf 20 Jahre. Dies mag deshalb so gewesen sein, weil sie zuerst ein Praktikum oder eine Leviten-Lehre (learning by doing) durchlaufen mussten, bis sie volle Verantwortung erhielten. Gewöhnlich wird der Unterschied so beschrieben, dass die Leviten, die einen niedrigeren praktischen Dienst taten, ihr Amt mit einem jüngeren Alter begannen. Diejenigen aber, die offiziell zum Priesteramt eingesetzt wurden, erst mit 30 Jahren.

So begannen auch Johannes der Täufer, ein Priestersohn, und Jesus selbst erst in diesem Alter ihr Amt und ihren Dienst. Luk 3,23 Und Jesus war ungefähr 30 Jahre alt, als er begann.

Dieses Alter markiert den Lebensabschnitt eines Mannes, der die Jugendkrisenzeit hinter sich gebracht hat und zur vollen Reife und Verantwortung gekommen ist. Dieser Dienst, der mit großer Verantwortung am Heiligtum verbunden war, soll nur bis zum 50sten Lebensjahr ausgeführt werden. Danach wird jedoch ohne offizielle Verantwortung auf weitere Mithilfe im und um das Heiligtum gezählt.

Die Dienste am Heiligtum werden für jede Leviten-Abteilung besonders mit allen Einzelheiten hier beschrieben. Beim Aufbruch und Wegzug an einen anderen Ort musste das gesamte Heiligtum abgebaut, transportiert und dann erneut aufgebaut werden.

Bild: http://www.normcast.de – Kirche zieht um

Der Hohepriester Aaron ging zuerst (allein oder mit Söhnen) hinein und bedeckte im Allerheiligsten alle Gegenstände, die die unmittelbare Gegenwart Gottes darstellen und von niemandem wegen Todesgefahr angeschaut werden durfte, mit verschiedenfarbigen Decken oder Teppichen.

Danach verpackte die Abteilung der Kahathiter ordnungsgemäß alle Geräte im Bereich des Heiligen mit unterschiedlich gefärbten Stoffen und Decken, die alle symbolische Bedeutung hatten und trugen sie hinaus. Dann folgte die Abteilung der Gersoniter, um die äußere Verkleidung des Bundeszeltes, bestehend aus verschiedenfarbigen kräftigen Schichten und Materialien, abzubauen. Sie entfernten den äußeren Schutz, die inneren Gehänge und Teppiche von dem hölzernen Zeltgerüst. Zum Schluss wurde die Abteilung der Merariter aufgeboten, die die umfangreichste Last, das ganze Zeltgerippe und die Außenabgrenzung mit allen Streben, Stützen und Seilen abtransportieren mussten. Dazu gab es aber Wagen.

Für den Dienst in der Kirche Christi, im Heiligtum um die Botschaft des Evangeliums und der Erlösung, werden viele Menschen mit unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten benötigt, für den Transport der Kirche durch eine krisenhafte Zeit, zum Abbau und Neuaufbau.

Es werden zuerst berufenen Menschen gebraucht, die sich um den innersten Dienst des Geheimnisses Christi sorgen. Es werden verantwortliche Diener benötigt, die sich um die Bedeutung der Erlösung kümmern, um „Zudeckung und Aufdeckung“, damit ein persönliches Verständnis und die Anwendung im Leben der Gläubigen entstehen.

Weiter werden Menschen gebraucht, die sich unterstützend für die Priesterschaft und Geistlichen der Gemeinde einbringen, damit diese durch „Brot“ und „Licht“, die Gemeinschaft der Gläubigen versorgen können. Wieviel von äußerer Vorbereitung und Organisation könnte dem Pastor durch solche Diener und Dienerinnen abgenommen werden? Könnte er nicht effektiver das Brot der Erlösung und das Licht der Verkündigung der Gemeinde und der Welt anbieten? Denn er ist nicht der Manager, sondern vorerst Priester und Seelsorger in der Kirche Christi! Da geht es u.a. auch um den Auf- und Abbau eines geordneten Gottesdienstes (mit Brot und Wein) und um die Unterstützung beim „Ein- und Auspacken“ des „Lichts/des Leuchters des Heiligtums“ (alle Maßnahmen für eine moderne und effektive Kommunikation) des Evangeliums, das an erster Stelle stehen sollte. Wo das Licht des Evangeliums leuchtet und das Brot im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht, da geschieht inneres und äußeres Gemeindewachstum.

Jesu spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben; und … Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern.

Diesem Brot und Licht sollten alle wahren Christen bei ihrer Pilgerreise mit der sichtbaren Kirche durch die Unsicherheiten der Welt folgen.


NT – Markus 11,27-33 – Priester als Irrlehrer bloßgestellt

Zu Schluss der Angriffe gegen Jesus treten Vertreter der Partei der Sadduzäer auf, die die Interessen der höheren Priesterschaft um den Tempel vertraten. Einesteils waren sie konservativ, beriefen sich nur auf die schriftliche Überlieferung der Thora, andererseits verbanden sie ihre Interessen mit den kulturellen, modernen Einflüssen des Hellenismus zu ihren priesterlichen Gunsten. Sie fanden in der Thora keine Bestätigung der Auferstehung, einer himmlischen Engelwelt noch um ein Endgericht, sondern betonten das Gericht schon hier auf Erden und die damit verbundene menschliche Verantwortung. Deshalb konstruierten sie hier eine Geschichte, die sie selbst nicht glaubten, aber um den Auferstehungsglaube, den Jesus verkündigte, lächerlich zu machen. Jesus gibt ihnen zur Antwort, dass das Auferstehungsleben keine natürliche Fortsetzung ihres irdischen Lebens ist. Mit Vers 26 beweist er durch das Zitat aus der Thora 2Mo/Ex 3,6, dass Jahwe in diesem Moment immer noch der Gott der drei Erzväter ist, in dessen Gegenwart diese bereits ewig leben. Die Ablehnung der Auferstehung und der himmlischen Welt ist jedoch ein Zeichen des Unglaubens unter der gehobenen theologischen Priesterschaft. Sie kennen weder Gott persönlich noch die Kraft Gottes in ihrem Leben.

Gibt es auch heute unter der Pfarrer- und Priesterschaft diese oder ähnliche theologische Überzeugungen? Entstehen sie möglicherweise aus parteilichen Gründen, einem verkürzten Bibelverständnis oder einer fehlende persönlichen Gottes- und Christusbeziehung? Damit wären sie wie ihre sadduzäischen Kollegen irrende, ungläubige Theologen und Priester.

Mehr zu Sadduzäer: bibelwissenschaft.de

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Teilen erwünscht:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
  • Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
  • Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
  • Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
  • Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
Gefällt mir Wird geladen …

22. Juni – Hauskirche

22 Montag Jun 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Auswahl, Cäsar, Fangfrage, Leviten, Ordnungen, Priester, Steuer, Tiberius

Familien- oder Hausandacht am ABEND

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Schriftteil

AT– 4. Mose /Numeri 3

https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose3

Gebet – Psalm 144

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm144

NT – Markus 12,13-17

https://www.bibleserver.com/EU/Markus12%2C13-17


Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Numeri 3 – Stellvertretender Dienst als Lebensaufgabe

V 14-39 Der Stamm Levi wurde von der Musterung zu Beginn ausgenommen (1,47). In diesem Kapitel aber werden sie gezählt, und das bereits ab einem Alter von einem Monat. Damit sollten sie schon von Kindheit an auf ihre besondere Berufung und Aufgaben um die Stiftshütte und den Gottesdienst vorbereitet werden. Dies bringt sowohl organisatorische wie auch pädagogische Vorteile in der Vorbereitung der Jugend auf diese Lebensaufgabe und ihren Dienst mit sich. Es liegt außerdem noch eine weitere theologische Andeutung vor.

worldwidewings.de

Der ganze Stamm Levi wurde stellvertretend von Gott für eine Aufgabe berufen, die für die ganze Nation gelten sollte. Die jeweils Erstgeborenen aus den 12 Stämmen sollten nicht jedes Mal erneut in der Geschichte Israels gezählt und auf diesen Dienst vorbereitete werden. Der Grund lag darin, dass die Stämme nicht direkt in die internen und externen Aufgaben des Heiligtums verwickelt werden sollten, sondern nur ein Stamm hierfür verantwortlich ist.

Diesem Konzept der Auswechslung unterliegt das Thema Substitution – Ersatz. Denn als Gott bei der letzten Plage alle Erstgeborenen (an Menschen und Vieh) tötete, verschonte er alle Erstgeborenen des Volkes Israel, die ihre Hauseingänge mit dem Blut der Lämmer versehen hatten (V. 11-13). Es waren die Erstlinge, an denen Gott schonend vorüber ging. Sie sind Gott geheiligt, gehören ihm und müssen entweder durch Geld oder Menschen ausgelöst werden. Werden sie aber durch Menschen ausgelöst, müssen diese Gott durch ihren Dienst immer zur Verfügung stehen. Dieses theologische Konzept des Ersatzes kommt hier und auch sonst noch in der Schrift zur Anwendung.

Wenn also schon Gott Anrecht auf das Erste hat (Nu 14,19), dann bedeutet dies auch, dass der Rest und das Übrige ihm ganz gehört und heilig ist. Das gilt dann auch für ganz Israel, wenn die Priester und Leviten als Erstling heilig sein sollen, dann ist auch ganz Israel eine heilige Nation. Ist die Erstlingsgabe vom Teig heilig, so ist auch der ganze Teig heilig; und wenn die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig (Röm 11,16).

Da die Leviten Gott nun besonders (ab dem 25. oder 30. Lebensjahr) zum praktischen Dienst an Stiftshütte und im Gottesdienst zur Verfügung stehen sollen, werden sie auch den verantwortlichen Priestern offiziell in diesem Alter zum Dienst übergeben.

Eine der Mutter Israels, Lea, brachte sechs Kinder zur Welt. Levi war der dritte Sohn. (Ex 29,14). Levis drei Söhne hießen Gershon, Kohath und Merari. Dieser Stamm mit den verantwortlichen Leitern zeltete nach ihren Untergruppen von Süden her, über Westen und Norden um das Bundeszelt herum. Gegen Osten aber, vor dem einzigen Zugang campierte Aaron als erster Hoherpriester (mit seinen jetzt nur noch 2 Söhnen) und Mose. Sie zusammen mit dem dann dahinter campierenden stärksten Stamm Juda, garantierten die Leitung und den Schutz des Heiligtums und der rechten Anbetung Gottes.


NT – Markus 11,27-33 – Bilder, Symbole und Jesu Autorität

Die Angriffe gegen Jesus gehen weiter. Doch er, der Sohn Gottes, erkennt die Hinterlist seiner Opponenten. Eigentlich sind beide konträre Oppositionsparteien. Die Herodianer einerseits unterstützen die Dynastie des Herodes und sympathisieren mit dem römischen Imperium, die Pharisäer dagegen wollen die römische Herrschaft beenden und warten auf ihren Messias. Mit ihrer abgesprochenen Fangfrage wollen sie Jesus zur Anklage bringen. Er aber bittet sie, ihm eine Steuermünze zu zeigen, die das Abbild des Caesars Tiberius trägt. Seine Antwort, wenn sie dem Kaiser gehört, in seinem Besitz ist, soll man sie an den Kaiser wieder zurückgeben.

Bibelhaus Frankfurt

http://bibelhaus-frankfurt.de/das-bibelhaus/der-tiberius-denar.html

Aber mit der angedeuteten Anspielung auf Gott und sein Bild: Weil der Mensch im Ebenbild Gottes geschaffen ist, ist er schöpfungsmäßig Besitz Gottes. Jesus ruft auf, Gott zu geben, was ihm zusteht. Damit ist jeder aufgerufen, IHM zu dienen, auch auf finanzieller Ebene. Damit ist der Mensch Gottes sowohl dem Staat, aber noch mehr dem Reich Gottes verantwortlich Dies gilt aber nur solange als die Regierung nicht gegen Gottes Willen auftritt und Ungehorsam gegen Gott fordert. (Apg 5,29; Rö 13,1-7; 1Petr 2,13-14).

Wir lernen, dass auch Oppositionsparteien sich fadenscheinig aus Gründen der Macht- und Finanzgrünen immer wieder zum Schaden gegen Fromme und Christen vereinigen. Deshalb sollen verantwortliche Christen genauso schlagfertig und apologetisch wie Jesus vorgehen, besonders, wenn von diesen und Lobbyisten neue Gesetze für den Bundestag vorbereitet werden, die das Gottesbild und die daraus folgende christliche Ethik verändern oder zerstören sollen.

Weiter lernen wir, dass gottgewollte Autorität in beiden Welten, im Irdischen und Geistlich-himmlischen, als Sein Prinzip der Weltlenkung anerkannt werden muss.

Abschlussgebet

Abendliches Gebet um Frieden

O Gott, von Dir kommt alles heilige Verlangen, jeder gute Rat und jede gerechte Tat. Gib uns, Deinen Dienern, den Frieden, den die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen willig sind, Deinen Geboten zu folgen. Befreie uns von der Furcht vor unseren Feinden, damit wir unsere Tage in Ruhe und Frieden verleben können. Durch die Verdienste unseres Heilandes Jesus Christus. Amen.

Abendliches Gebet um Schutz

Wir bitten Dich, o Herr: erleuchte unsre Finsternis und beschütze uns durch Deine große Barmherzigkeit vor allen Gefahren dieser Nacht, um der Liebe willen Deines einzigen Sohnes, unseres Erlösers, Jesus Christus. Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.Abend

Teilen erwünscht:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
  • Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
  • Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
  • Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
  • Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
Gefällt mir Wird geladen …

20. JUNI – HAUSKIRCHE

20 Samstag Jun 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Autorität, Priester, Puffer, Vollmacht

Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Schriftteil

AT– 4. Mose /Numeri 1,44-55

https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose1,44-55

Gebet – Psalm 142

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm142

NT – Markus 11,27-33

https://www.bibleserver.com/EU/Markus11%2C27-33


Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – 4Mo/Numeri 1,44-54 – Die Leviten und ihr „Pufferdienst“ ums Heiligtum

Zählen oder nicht zählen, auch zu welcher Zeit und zu welchem Dienst, darauf kommt es in der Heilsgeschichte Gottes an. Der lange Abschnitt der wichtigen Zählung wurde hier ausgelassen. Während die Musterung aller Männer ab 20 Jahren auf den Militärdienst ausgerichtet war, teilweise später diese auch für Großprojekte und Bauten verpflichtet wurden, diente diese Statistik auch als Kopfsteuer, um die Finanzierung des Staates zu regeln.

Von dieser Musterung war der Stamm Levi, zu dem auch Mose und Aaron gehörten, ausgenommen. Doch bei ihnen erfolgt später auch eine Zählung. Über ihren früheren Einsatz und Eifer, den Götzendienst abzuwehren oder sich wegen der Anbetung des goldenen Kalbes bei der Strafaktion gegen die eigenen Brüder zu beteiligen – als sie 3000 Götzendiener töteten – sei hier hingewiesen. „Heilig dem Herrn“ bedeutete jetzt für den Dienst der Leviten auch, einen heiligen menschlichen Puffer (V 53) bestehend aus reinen Dienern Gottes, um das Heiligtum herum zu legen. Ihre Zelte umkreisten direkt die Wohnung des Zeugnisses, in der die beiden Tafeln mit dem Willen Gottes aufbewahrt wurden. Ihr Dienst bestand darin, für die Unterhaltung, den Ab- und Aufbau, den Transport und den Schutz des Bundeszeltes, der beweglichen Zeltkirche, verantwortlich zu sein. Sie hatten sowohl beim Transport als auch beim längeren Aufenthalt an einem Ort darauf zu achten, dass sich weder Ausländer noch Fremdlinge oder der normale Volksgenosse unmittelbar dem Heiligtum näherte. Dies sollte verhindern, dass der Zorn Gottes auf das Volk käme. Sie waren Diener Gottes und ein heiliger Puffer. Fremde, die dies nicht beachteten, sollten mit dem Tod bestraft werden (V 51b).

Damit beabsichtigte Gott, dass seine Heiligkeit auch weiterhin nicht vergessen werden sollte. Sein Volk sollte ihn weiterhin fürchten und lieben, sich ihm jedoch nicht in überschwänglicher Vertrautheit nahen. Eine Art von Kumpelei würde sogar als große Torheit und Sünde angesehen werden. Mose musste selbst am brennenden Busch seine Sandalen ausziehen. Auch der Hohepriester durfte nur einmal im Jahr das Allerheiligste betreten.

Jesus selbst ist als der bessere Hohepriester in das bessere himmlische Heiligtum eingetreten. Auch sein neutestamentliches Priestervolk, das nicht mehr durch den Vorhang vom Allerheiligsten getrennt ist und auch kein Pufferpriestertum um den Altar kennt, es soll sich weiterhin mit heiliger Ehrfurcht seinem Gott nahen. Eine überschwängliche Vertrautheit und Kumpelei im Gottesdienst mit Gott im Gebet, durch Lieder und Verhalten ist weiterhin Torheit und Sünde. Auch uns gilt, wenn wir uns Gott nahen, folgendes Wort: Darum, weil wir ein Reich empfangen, das nicht erschüttert wird, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt; Hebr. 11,29 denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.


NT – Markus 11,27-33 – Autorität, dem Autorität gehört und folgen

Streitgespräche sind wichtig, wenn am Ende das erstrittene Ergebnis angenommen und umgesetzt wird. Hier findet das Gespräch zwischen der religiösen und politischen Elite Judäas statt. Sie konnten sich die entstandene Unruhe im Tempel und den Finanzverlust im Handel nicht durch Jesu Tempelreinigung gefallen lassen. Die Befragung, die durch den im Hintergrund operierenden Hohen Rat / Synedrium eingeleitet wurde, soll durch Jesu Antwort die verwerfliche Moral der Führungsschicht offenbaren.

Es ist Jesus, der die Autorität hat und die wichtigen Fragen stellt. Er stellt die Fragen, die sie aus politisch und taktischen Gründen nicht beantworten wollen. Denn sie wussten, dass das gesamte Volk der Botschaft der Buße und Änderung des Lebenswandels, die Johannes predigt folgte, sie aber nicht. Würden auch sie der gleichen Botschaft Jesus folgen, müssten sie seine Autorität annehmen, ihm folgen und ihr politisch und moralisch verkommenes System ändern. Nicht sie haben das Recht über Jesus zu Gericht zu sitzen, sondern Jesus über sie. Damit erklärt sie Markus als unterlegten, beweist Jesus als Sieger, Held und wieder als Sohn Gottes. Sollten nicht seine Zuhörer ihn und seine Autorität annehmen und ihm folgen?

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Teilen erwünscht:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
  • Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
  • Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
  • Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
  • Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
Gefällt mir Wird geladen …

19. Juni – Hauskirche

19 Freitag Jun 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Gebetshaus, Gebetsstätte, Handel, Musterung, Wehrpflicht, Wirtschaft

Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Schriftteil

AT– 4. Mose /Nummeri 1,1-19

https://www.bibleserver.com/EU/4.Mose1,1-19

Gebet – Psalm 141

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm141

NT – Markus 11,12-25

https://www.bibleserver.com/EU/Markus11%2C12-25


Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – 4. Mose/Numeri 1,1,-19 – Wehrpflicht für das Heilige Volk

Nach der LXX (griech.) und Vulgata (lat. Übersetzung) wird das 4. Buch Mose „Zählungen“ genannt, die in K 1 und 26 als Volkzählungen durchgeführt werden. Doch die Juden nennen sie nach dem 5. Wort in der hebr. Bibel bemidbar (Wüste) – „In der Wüste“. Es geht hier treffend um die Ereignisse des wanderten heiligen Gottesvolkes in der beinahe 40jährigen Wüstenzeit. Diese wird in der Mitte des Buches in K 10-20 behandelt. Eingeleitet werden die zentralen Ereignisse durch die vorangestellte Organisation des Volkes und weitere Priestergesetze (K 1-9).  Gegen Ende, mit dem Tod des ersten Hohenpriesters, beginnt die Eroberung des Ostjordanlandes (K 21-36).

Die Besonderheit des Buches ist die situationsbezogene Darstellung, die teilweise topologisch teilweise chronologisch je nach Situation behandelt wird, wie es sich immer im Leben von Gemeinschaften – oft nicht vorhersehbar – ereignet. Die Hauptbetonung liegt jedoch auf dem heiligen und treuen Gott, der an allen Örtlichkeiten und in allen Situationen gegenwärtig ist, der richtet, selbst Aaron und Mose, aber doch gnädig ist und sie ins verheißene Land bringen will (K 14,8). Das Buch ist auch typologisch und enthält für das neutestamentliche Volk Illustrationen und geistliche Anwendungen auf Jesus und die christliche Gemeinde.

Gott befahl Mose und Aaron nachdem sie bereits ein Jahr aus Ägypten ausgezogen waren und das Zeltheiligtum nach Gottes Vorschrift errichtet hatten, nun sich auf den baldigen ersten Aufbruch vorzubereiten (K 10,11+12). Für solch eine Volkswanderung, Logistik und Schutz der Menschen bedarf es Organisation und Planung. Der Hauptzweck einer damaligen Zählung war jedoch ein militärischer. Wie bereits zuvor in Ex 30,11-16, so auch später bei König David (2Sam 24), werden hier die wehrfähigen Männer gemustert. Mose erhält durch Gott den Auftrag zu dieser Zählung und sucht die Unterstützung von jeweils einem Hauptverantwortlichen der Stämme, der dies durchführen soll. Interessant ist, dass sich die Zählung der 12 Stämme an der Reihenfolge der Mütter: Lea, Rahel und der Leihmütter (Mägde) orientiert. Da der Stamm Levi nur in einen geistlichen Krieg zieht, den Kriegsvolk geistlich voran- und mitgeht, entfallen sie (V179. An ihrer Stelle werden die beiden Söhne Ephraim und Manasse eingefügt.

Open Petition.at – Wehrpflicht ja oder nein?

Dies hier ist eine vorsorgliche Zählung. Es besteht zurzeit keine Sorge oder Anlass zum Krieg oder zur Verteidigung des Volkes. Aber doch gehört diese Zählung, die so kurzfristig vorgenommen wurde, zur äußeren Konstituierung, zur Bildung und Organisation des Volkes Gottes. Diese äußere Ordnung reflektiert die innere Ordnung und Organisation des Heiligtums mit ihrer Priesterschaft. In kürzester Zeit, an diesem Tag, wurden alle wehrfähigen Männer, Name um Name, in Listen eingetragen. Schon während der Wüstenwanderung wurde das Volk Gottes als heilige, geordnete und gut strukturierte Gemeinde angesehen.

Ist solch eine gute und geistliche Ordnung auch für die heutige christliche Gemeinde wichtig? Soll die Gemeinde ihre vorhandenen (oder bereits verlorenen) Schafe zählen? Noch mehr, hat sie eine Liste von denen aufgestellt, die einsatzfähig sind, mit „Mose und Aaron“, mit den Gemeindeverantwortlichen, zu kämpfen? Wenn dies schon für das heilige Volk Gottes und ihren Schutz und Einsatz damals notwendig war, sollte sich dann nicht auch jede Mission, jede Ortsgemeinde und Gesamtkirche mit dieser Aufgabe befassen und dafür Menschen beauftragen, solche Listen aufzustellen und sie zu betreuen? Aus einer guten Gemeindestatistik können viele Einsichten, Bewertungen, Schlussfolgerungen, Neuorientierung und Zielsetzungen entstehen, wenn sie da ist. Denn wenn schon die Statistikämter monatlich für das Land und den Staat ihre Statistik erstellen, wieviel mehr ist dies für die christliche Gemeinde, Kirche und das Reich Gottes wichtig! Die gesamte Unterhaltung und Entwicklung eines Staates hängen davon ab.

Weiter sollten auch alle gläubigen Menschen bereit sein, sich verpflichtend in Gemeindelisten einzutragen. Feste Gemeindemitgliedschaft ist wichtig für geistliches Wachstum und effektives Gemeindewachstum. Sich dort zu registrieren und einzutragen ist biblisch. Gott trägt sogar in das Buch des Lebens ein oder aus (Offb. 20,12.15.19).

Aber noch wichtiger ist für die Ausbreitung des Evangeliums, dass Listen der Ekklesia Militans (der noch kämpfenden Kirche Christi) aufgestellt werden. Die christliche Gemeinde braucht heute solche, die mit dem Gemeindehirten kämpfen und ihn in den verschiedenen Bereichen der Evangelisation unterstützen. Die Tendenz, sich nicht mehr aktiv in Vereine und Gruppierungen zu engagieren, findet man heute bei Jung und Alt. Wollen wir uns ermutigen lassen, nicht nur feste Gemeindeglieder zu werden (und zu werben), sondern uns in die Liste der noch mit dem Evangelium Kämpfenden einzutragen.


NT – Markus 11,12-25 Neue Reformation: Gebetshaus Jesu für alle Völker

Schon Jeremia hatte dem Volk und den Priestern vorgeworfen, dass sie den Tempel als Unterschlupf und Versteck wie Räuber benutzten, um sich fälschlicher Weise sicher zu fühlen (Jer 7,11-15). Die Hohenpriester, die die religiöse und politische Hoheit über Judäa (durch die Römern) innehatten, trieben um den heiligen Tempel einen profitorientierten Handel, der den heiligen Gebetsort entweihte. Diese Räuberhöhle ist nun eher das Zentrum für einen gut florierenden Tierhandel, Finanzumschlagplatz mit Essensangeboten. Durch Jesu tatkräftiges Handanlegen und wortgewaltiges Einschreiten greift er in die Wirtschafts- und Finanzhoheit der Hohenpriester und Oberschicht ein, die ihn danach auch gleich töten wollten.

Die anschließende Verfluchung des Feigenbaums, ein Bild für das in seinem Schatten sitzende Volk Israel, spricht prophetisch von der zukünftigen und endgültigen Zerstörung des Tempels, wie damals in Silo und bei der Wegführung in die babylonische Gefangenschaft. Dies geschah dann für immer im Jahre 70 n. Chr. durch Titus.

Das Heiligtum und Gebetshaus seines Vaters waren schon zur Jugendzeit Jesu das innerste Anliegen seines Herzens. Dies war sein zentrales Anliegen, erlöste Menschen dorthin zu sammeln. Dies Heiligtum war damals durch den Einfluss des Handels und der Finanzen verunreinigt worden und musste zuerst davon gereinigt werden. Jesus spricht weiter auch prophetisch, dass, wenn dies durch die Versöhnung am Kreuz geschehen ist, – der Tempelvorhang zerrissen – dann Sein Gebetshaus für alle Völker geöffnet werden wird. Schon Jesaja (56,6-8) spricht von den Fremden, die sich dem Herrn zugewandt haben und ihn lieben, diejenigen, die Gott aus allen Völkern zusammenbringen wird in das Gebetshaus für alle Völker. Dies ist das Ziel der gesamten Mission Jesu.

Jesus weist die Gemeinde darauf hin zu achten, dass nicht Handel, Wirtschaft und Finanzen in das Zentrum dieser nun internationalen Gebetsstätte – in die Kirche Gottes – einziehen und dort herrschen. Dies würde den Geist des Gebets zerstören. Die Reinigung von diesen Einflüssen soll eine ständige Reformation sein, die er begonnen hat. Die wahre Anbetung im Geist und in der Wahrheit Gottes und Jesu muss als Zentrum jeder Gemeinde und Kirche bleiben. Alle ethnischen Gruppen aus Völkern und Sprachen, die sich Jesus Christus als ihren Herrn zugewandt haben, sind zu diesem Gebetshaus berufen.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Teilen erwünscht:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
  • Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
  • Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
  • Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
  • Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
Gefällt mir Wird geladen …

18. Mai – Hauskirche

18 Donnerstag Jun 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

≈ Ein Kommentar

Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Schriftteil

AT– 3. Mose /Levitikus 27

https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose27

Gebet – Psalm 140

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm140

NT – Markus 11,1-11

https://www.bibleserver.com/EU/Markus11%2C1-11


Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Levitikus 27 – Gelübde brechen wird teuer – halten bringt Segen

Im Alten Testament finden wir keine Vorschrift, dass neben dem Bundesgelübde Israels („der Herr ist mein Gott“) ein weiteres Gelübde abgelegt werden musste, noch das zusätzlich zur speziellen Priester- und Levitenweihe weitere Menschen oder Dinge Gott geweiht werden sollten. Nasiräer – oder Mönchsgelübde geschahen immer freiwillig.

Wenn aber Menschen aus besonderer innerer Hingabe sich zu solchen freiwilligen Gelübden oder Weihen entscheiden würden, sollten sie dieses „cool“ und mit allen Konsequenzen überdenken, dann erst entsprechend handeln und das Versprechen auch halten. Deshalb spricht Jesus (Mt 5,37) Eure Rede sei vielmehr ›ja ja – nein nein‹; jeder weitere Zusatz ist vom Übel (oder vom Bösen- Menge).

Wenn also schon solche Versprechen Gott gegeben wurden, dann müssen sie auch gehalten werden. Und das sollte auch in der Praxis dem Mitmenschen gegenüber ohne Wenn und Aber gehandhabt werden. Werden aber impulsive und unüberdachte Gelübde gesprochen, kann dies teuer werden. Doch dann bestand immer noch die Möglichkeit, dieses Versprechen oder Gelübde zu lösen. Besser gesagt: Man konnte sich aus solch einer misslichen Situation herauskaufen.

Auch bei diesen Angelegenheiten sollte Gottes Volk Seine Heiligkeit und vollkommene Aufrichtigkeit im Alltag und dem Nächsten gegenüber wiederspiegeln. Sie sollten die Wahrheit sagen und auch tun. Deshalb auch die Mahnung in Prediger 5,2-5 „Wenn du Gott ein Gelübde tust, so zögere nicht, es zu halten.

Die Ablösung von Gelübden- und Weihegaben wird in diesem letzten Kapitel für Einzelfälle aufgelistet: V 2-8 für Personen; V 9-13 Tiere; V 14-15 Häuser; V 16-26 Ländereien, V 25 den Messwert finanziell zu bewerten; V 26-27 die Erstgeburten – Menschen oder Vieh; V 29-29 Banngut, das Gott gehört; zum Schluss V 30-24 die Zehntenabgabe für alle.

Wir finden Beispiele von überlegten Gelübden wie z.Z. bei Hanna, die schon ihren ungeborenen Sohn Samuel Gott im Tempel durch ein Gebet versprach und dies dann auch einhielt (1Sam 1+2), dann auch solche unüberlegte, wie der Richter Jephthah (Ri 11,30-40), der entweder seine Tochter tatsächlich opferte oder als Art „Nonne“ weihte und sie dem Opfer eines nicht verheirateten Lebens geweiht wurde.

Zum Schluss wird in Levitikus unwillkürlich auf das bewusste Ganzopfer des Lebens der Gläubigen hingewiesen (Römer 12,1+2). Das gesamte Leben soll bewusst, überlegt und aufrichtig aus Liebe zum Schöpfer gelebt werden. Spontan, emotional und unüberlegte Entscheidungen und Proklamationen haben nicht nur beziehungsmäßige, sondern auch finanzielle Konsequenzen in jedem Leben. Das gesamte Leben ist zu wertvoll und kostspielig, Falsch-Endscheidungen zu treffen. Land (Besitz) und Leben sind Geschenke Gottes und gehören ihm. Deshalb gehört die Erstgeburt eines Menschen oder Tieres symbolisch und wirklich zuerst Gott, kann aber ausgelöst werden. Auch sie wird am hier finanziell bewertet. Der Arbeitswert eines im Leben stehenden Mannes hatte 50 Silbertaler / Shekel wert (ca. eineinhalb Monatsverdiente). Der Arbeitswert eines Sklaven betrug 30 Shekel. (Jesus wurde also unterbewertet von Judas verkauft und verraten).

Die Zehntenabgabe schließt das Thema der Hingabe ab. Sie ist ein Zeichen dafür, dass alles Wertvolle Gott gehört. Genau hier finden wir die einzige Stelle, wo der Anteil von 10% klar erwähnt wird. Doch gab es weiter noch den zweiten Zehnten (5Mo/Deu 14,22) und einen dritten in jedem dritten Jahr (5Mo/Deu 14,26 und 16,12). Zählt man dies zusammen ergibt sich eine jährliche Heiligtumsabgabe von 23%, mehr als jegliche Kirchensteuer. Wem wurde diese übergeben? Natürlich den Leviten, die den praktischen Dienst am Heiligtum und die Unterhaltung sicherten. Diese wiederum gaben ihren Zehnten an die Priester weiter und sie wiederum ihren Zehnten an den Hohenpriester.

Dieses Prinzip der Hingabe und finanziellen Haushalterschaft wird von Jesus und Paulus im Neuen Testament weitergeführt: Wer das Evangelium verkündet, der soll auch vom Evangelium (1Kor 9,11-15) leben. Um dieses Anliegen soll sich besonders die christliche Ortsgemeinde und auch die Gesamtkirche durch die Verantwortlichen kümmern. Die Gesamtgemeinde und jeder Einzelne soll Verantwortung für den „Zehnten“ nach Vermögen bringen. Damit zeigt jeder Christ aus Dankbarkeit, dass auch sein „Land und Leben“ Gott gehört. Der Zehnte oder die freiwilligen Gaben wurden auch im Neuen Testament nicht abgeschafft, sondern sind weiter ein Zeichen unserer Hingabe und dienen vorrangig der Evangeliumsverkündigung vor Ort in und der Weltmission. Wollen wir dies neu für unser Leben überdenken und auch praktizieren? Was ist könnte da unsere persönliche und und auch finanzielle Antwort sein?

Vielleicht die eines englischen Chorus’: Take my life and let it be consecrated, Lord, to thee, take my moments and my days, let them flow in ceaseless praise. Auf Youtube in Deutsch: –https://www.youtube.com/watch?v=8ZwdLFYiV-4


NT – Markus 11,1-11 – König zieh nicht zur Herrschaft, doch zur Erlösung ein

Wir werden in die Leidenswoche in Jerusalem eingeführt. Doch nur die ersten drei Tage werden nachfolgend beschrieben. Jesus erscheint beim Einzug als königlicher Herrscher mit alttestamentlichen Motiven durch folgende Schriftzitate. Die ausgebreiteten Kleider erinnern an 2Kö 9,13; das Eselsfüllen bezieht sich auf Sach 9,9. Es erinnert auch an König Salomo, der auf dem königlichen Reittier seines Vaters David zu seiner Krönung ritt: Da sprach der König zu ihnen: Nehmt mit euch die Großen eures Herrn und setzt meinen Sohn Salomo auf mein Maultier und führt ihn hinab zum Gihon (1Kö 1,33). Das Hosianna-Rufen erinnert an die Pilgerpsalmen (Ps 118,25). Sie sind Huldigungsrufe an den messianischen König mit der Bitte: Herr, hilf doch!

Markus beweist auch hier wieder seine These von (Kap 1,1), dass Jesus der Gottessohn und Sohn Davids ist. Das bald kommende Davidsreich (V. 10) dient dazu, dass die zerfallene Hütte Davids wiederaufgebaut werden soll (Apg 15,16). Jesu Einzug hat nicht das Ziel, ein irdisch politisches Reich für Israel noch ein irdisches Heiligtum aufzurichten, sondern ein Friedensreich, das mit dem Sündenfall verloren gegangen war. Dieses will er durch seine bald stattfindende Kreuzigung in Ewigkeit wieder aufrichten.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Teilen erwünscht:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
  • Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
  • Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
  • Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
  • Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
Gefällt mir Wird geladen …

17. Juni – Hauskirche

17 Mittwoch Jun 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Schlagwörter

Blinde, Drohungen, Fluch, Nachfolge, Segen, Sehende

Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf


Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

Schriftteil

AT– 3. Mose /Levitikus 26

https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose26

Gebet – Psalm 139,17-24

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm139,17-24

NT – Markus 10,46-52

https://www.bibleserver.com/EU/Markus10%2C46-52


Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Levitikus 26   – Segen & Fluch, Verheißungen & Drohungen für Gehorsame oder Ungehorsame

Das Heiligungsgesetz (Kapitel 17-24) schließt hier mit Segen und Fluch ab.

V 1-2 Der Prolog des Kapitels beginnt mit der Ausrichtung auf den Herrn und der Ehrfurcht vor seinem Heiligtum. Dies schließt von vorn herein jegliche andere Verehrung von Göttern, Götzenbildern aus. Der Sabbath ist Erkennungszeichen Israels.

Der nachfolgende Abschnitt ist dementsprechend in Segen und Fluch gegliedert.

V 3-13 Segen für die Gehorsamen, die „Gute Nachricht“ für Gottes Volk steht hier gleich am Anfang.

V 14-39 Drohung und Fluch für die Ungehorsamen, die „Schlechte Nachricht“, folgt gleich danach als bitteres Ende.

V40-46 Der Epilog steht am Ende als hoffnungsvoller Ausblick, dass der Herr an seinem Bund und seinen Verheißungen festhält. Das, was er mit dem Auszug aus Ägypten begonnen hat, wird er seinem Volk zugute auch vollenden.

Wir beobachten, dass das Verhältnis von Segen und Fluch 1/3 zu 2/3 ist. Die Strafandrohungen nehmen wesentlich größeren Umfang ein als die Segensverheißungen. Ein ähnliches Verhältnis finden wir in Deu/5 Mo 28. Die V 1-14 dort beschreiben den Segen Gottes für die Gehorsamen, die V 15-68 den Fluch über die Ungehorsamen. Hier finden wir ein Verhältnis von fast ¼ der Segnungen zu ¾ der Drohungen.

Das Relief im oberen Teil der Stele zeigt Ḫammurapi vor Šamaš

Ähnlichkeiten sind in dem 1500 Jahre zuvor auf Stein geschriebene Kodex Hammurabi zu finden. Im Prolog über seinen Nachfolger folgen 16 Zeilen Segenswünsche, danach schließen sich 282 Zeilen Fluchworte an.

Viele Menschen, die zum ersten Mal solche Texte lesen, wenden sich ab, bezeichnen Gott als einen blutigen und grausamen Gott des Alten Testaments, den sie dann ablehnen.

Doch für die Führung eines Volkes, der Stämme und Einzelpersonen eines Staates ist es wichtig, den Segen bei Einhaltung der Gesetze und die Strafe bei Übertretung klar darzustellen. Halten sich die Einwohner an die Vorschriften entsteht Frieden und Harmonie, andernfalls Chaos, Unruhe und Krieg. Klare Regeln sind nicht nur für den Staat, die Religionsgemeinde, sondern auch für die Pädagogik und die Erziehung der Kinder im Kindergarten und Elternhaus, aber und für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit unbedingt notwendig.

Es scheint so, dass der durch Erbsünde belastete Mensch, die Strafandrohung so deutlich hören muss, dass er dann erst zur Sündenerkenntnis, Buße und Sinnesänderung kommt. Jetzt kann er sich des göttlichen Segens erfreuen.

Wir beobachten im Neuen Testament, dass sowohl Johannes der Täufer als auch Jesus nicht zuerst den Segen verkündet, sondern mit dem Thema Buße, Gericht und Sinnesänderung die Frohe Botschaft beginnt, durch die dann die Gnade und der Segen auf die Gläubigen kommen soll.

Ähnlich beginnt auch der Apostel Paulus seinen theologischen Diskurs im Römerbrief, wenn er das Evangelium entfaltet. Er beginnt zuerst mit der schlechten Botschaft K 1,18, indem er verkündigt: Gottes Zorn wird vom Himmel offenbart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen. Obwohl Heiden und Juden wussten, dass sie auf diesem Weg den Tod verdienten, haben sie den Weg des Fluches gewählt. So erscheint es notwendig, dass im Neuen Testament die Ordnung der Verkündigung umgekehrt abläuft: Gericht und Drohung stehen am Anfang zur Aufdeckung der Schuld, dann das erklärte Gericht und den Fluch über Jesus, den Stellvertreter und Retter des Sünders. Danach kommt dann der Segen, der durch den Glauben an Jesus uns und allen Gläubigen geschenkt wird.

NT – Markus 10,46-52 – Nachfolge, aber mit geöffneten Augen

Das Heilungswunder hat einen mehrfachen Zweck. Einmal dient es Markus als Beweis der Gottessohnschaft Jesu (K 1,1). Denn der Blinde begrüßt ihn mit dem messianischen Titel Sohn Davids. Sein Reich wird gleich im anschließenden neuen Hauptabschnitt (K 11,11 als Reich Davids) angekündigt).

Dann soll anhand des ausdauernd um Hilfe rufenden Blinden an den messianischen Gottessohn, der Glaube dargestellt werden, der Erfüllung findet.

An ihm dürfen sich weiter die noch „halbblinden Jünger“ ein Beispiel nehmen. Sie waren zuvor, trotz mehrfacher Hinweise Jesu auf seinen Leidensweg, immer noch blind. Werden ihnen aber die Augen wie Bartimäus geöffnet, werden sie wie er mit geöffneten Augen auf Jesu Leidensweg folgen.

Damit will er auch den Zuhörern der Gemeinde die Augen für den rechten vertrauenden Glauben für ihre Nachfolge auf dem Leidensweg Jesu öffnen.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Teilen erwünscht:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
  • Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
  • Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
  • Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
  • Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
Gefällt mir Wird geladen …
← Ältere Beiträge
Neuere Beiträge →

Website bereitgestellt von WordPress.com.

  • Abonnieren Abonniert
    • Das Allgemeine Gebetbuch
    • Du hast bereits ein WordPress.com-Konto? Melde dich jetzt an.
    • Das Allgemeine Gebetbuch
    • Abonnieren Abonniert
    • Registrieren
    • Anmelden
    • Melde diesen Inhalt
    • Website im Reader anzeigen
    • Abonnements verwalten
    • Diese Leiste einklappen
 

Kommentare werden geladen …
 

    %d