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Das Allgemeine Gebetbuch

~ Das Gebetbuch gründet sich auf die klassische Version von 1662

Das Allgemeine Gebetbuch

Kategorien-Archiv: Hauskirche

27. Mai – Hauskirche

27 Mittwoch Mai 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

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Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf

Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.


Schriftteil

AT– 3. Mose /Levitikus 10

https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose10

Gebet – Psalm 119,65-80

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm119%2C65-80

NT – Markus 6,30-44

https://www.bibleserver.com/EU/Markus6%2C30-44


Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Levitikus 10 – Eigenmächtige Gottesdienstgestaltung und Folgen

Der Bericht knüpft an das göttlich gefallene Feuer auf die erste Opferung beim Einweihungsgottesdienst an. Das Feuer, was aber hier beim zweiten öffentlichen Gottesdienst fällt, ist keine Segnungs- sondern Gerichtsfeuer. Anstatt eines Gottesdienstes ganz nach den Vorschriften Gottes, wurde ein eigenmächtiger Gottesdienst gestaltet.

Shlomo Yitzchaki, ein französischer Rabbiner aus dem Mittelalter, unterstützt die Darstellung von V 1-7 in Verbindung mit 8-10, mit der Erklärung, dass die ranghöchsten Priester in Trunkenheit fremdes Feuer zur Opferung auf den Räucheraltar vor die Gegenwart des heiligen Gottes gebracht haben. Das Verbot V 9 des leichten oder starken Alkoholgenusses für die Geistlichen bezieht sich nur auf die Zeit ihres aktiven Dienstes (Jes 28,z; Hes 44,21). Dies steht auch in dem Zusammenhang, das weder Sauerteig noch Honig – als Grundlage zur Gärung oder Herstellung von Rauschgetränken – bei Opferungen benutzt werden sollten. Lev. 2,11).

Die beiden Söhne Aarons hielten sich nicht an diese Vorschrift. Sie waren innerlich aufgeblasen, im Kopf von Wein berauscht (während die Gläubigen zum Gottesdienst zusammenkamen) und zu zweit, anstatt allein, im Heiligtum, um Weihrauch auf dem Räucher-Altar darzubringen. Gebete der Heiligen im begeisterten und berauschten Zustand Gott darzubringen, das geht überhaupt nicht. Denn die Gebete sollen vor dem heiligen Gott ernstlich, anständig, verständlich und in heiligen Schmuck entgegengebracht werden. Sie hatten nichts von dem göttlichen Feuer des Brandopferaltars in die Räucherpfannen hineingetan, aber mit eigenem oder fremdem, heidnisch geweihtem Feuer gezündelt.

Gott ist ein heiliger Gott. Der Ruf aus der ostkirchlichen Liturgie erinnert alle Priester und Pastoren durch die Worte: „das Heilige den Heiligen“, sich immer wieder die Heiligkeit Gottes, seine vollkomme Gutheit, vor Augen zu halten. In seine heilige Gegenwart können sie nur treten, wenn sie nicht eigenwillig, fremdbegeistert oder alkoholisiert sind, sondern ernst, vernünftig und begeistert in Übereinstimmung mit Gottes Anforderungen ihren Dienst tun.


NT – Markus 6,30-44 – Die Sendboten mit der Speisung des Volkes konfrontiert.

Nach Rückkehr der Zweierteams vom Verkündigungs- und Heilungsdienst geben sie dem Meister Bericht über ihre Erfahrungen. So soll es im Dienst Jesu immer zugehen. Aber nach solch einem ereignisreichen Einsatz verordnet der Meister ihnen eine kurze Ruhezeit. Bald aber versammeln sich 5000 Menschen um den guten Hirten. Dies ähnelt der Versammlung des Volkes Israel in der Wüste. Hier bereitet er anstatt eines Tisches damals in der Wüste, hier einen Tisch auf einer grünen Aue (Ps. 23,2+5 – tischweise im grünen Gras). Eine führerlose Menge kommt zu ihm, dem guten Hirten. Er empfängt sie und ordnet sie sittsam in Tischgruppen, möchte ihnen das Brot des Lebens in der Stille anbieten. Dabei prüft er weiter seine 12 Kandidaten, indem er sie auffordert, diese neugeordnete Gemeinde doch mit dem Brot zu versorgen. Damit stellt sie vor eine kaum von ihnen zu erfüllende Aufgabe. Die wenigen Brote und Fische sollen unter Gebet diese Menge versorgen. Es war damals so üblich, dass der Hausvater mit einem Dankgebet die kleinen Brotfladen brach und so das Gästemahl begann. Das tut Jesus hier, vollbringt das Wunder für alle und teil seinen Jungaposteln damit eine neue Lektion. Sie müssen im Glauben denen tischweise Sitzenden das Brot des Lebens, als Herrenmahl angedeutet, austeilen. Das ist die Lektion für die noch zögerlichen und unverständigen Jünger. Das aber soll ihre Hauptaufgabe für die zukünftige geordnete Gemeinde der Endzeit sein, nämlich einen Tisch in ihrer Wüste aufzustellen und sie mit dem Brot des Lebens zu versorgen.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

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26. Mai – Hauskirche

26 Dienstag Mai 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

≈ Ein Kommentar

Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf

Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.


Schriftteil

AT– 3. Mose /Levitikus 9

https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose9

Gebet – Psalm 119,33-48

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm119%2C33-48

NT – Markus 6,14-29

https://www.bibleserver.com/EU/Markus6%2C14-29

Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Levitikus 9 – Die Mutter aller irdischen Gottesdienste

Nach der Weihe des Bundeszeltes mit allen Geräten und einer siebentägigen Ordinationsfeier der angehenden Priester, die den regelmäßigen Gottesdienst halten sollen, beginnt am 8. Tag, also dem ersten Tag der Woche, der erste gemeinsame Gottesdienst der Priester mit dem Volk Gottes. Das Ziel eines jeden Gottesdienstes ist der Herrlichkeit Gottes zu erfahren mit der Segnung, die am Ende direkt von Gott kommt.

Der Ablauf dorthin für die Priester und das Volk führt für beide durch den gleichen Ritus. Um in die Gegenwart Gottes zu gelangen werden vom Priester, wie auch vom Volk, Sündopfer, Brandopfer und Dankopfer gebracht. Beim Gottesdienst und Zutritt zu Gott geht es zuerst immer um die persönliche Reinigung von Sünden durch stellvertretendes Blutvergießen, dann als nächstes beim Brandopfer, das eigene Leben Gott zum Opfer darzubringen, und folgerichtig danach mit dem Dankopfer und extra Speisopfer Gott zu danken und ihm von den alltäglichen Dingen des Lebens einen Teil als Opfer darzubringen.

Wie wird Gott auf solch eine persönliche Herzens- und Lebenseinstellung der Priester und des Volkes antworten? Mose und Aaron gehen danach in die Stiftshütte und damit in die Gegenwart des Herrn. Und was sie von dort empfingen, das brachte der Hohepriester Aaron mit heraus und legte es auf das gesamte Volk. Diese Gebetsgeste des Segens (siehe 4Mo/Num 6, 24-26) ist das Symbol der tätigen Kraft Gottes für das Volk. Erst jetzt erscheint das von Jahwe ausgehende Feuer und verzehrt alle zuvor bereitgestellten Opfer. Damit soll gezeigt werden, dass nicht nur diese Opferhandlungen von Gott angenommen wurden, sondern das gesamte aaronitische Priestertum, diese Art des Gottesdienstes für das priesterliche Volk von Gott stammt. Gott hat nur diesen Ablauf des Gottesdienstes mit den Priestern und seinem Volk angenommen und eingesetzt, keinen anderen. Das Feuer Gottes (wie auch später bei Gideon, David und Salomo), das zum Schluss vom Himmel fällt, ist Gottes Zusagen und Segensbestätigung.

Wie aber soll heute unser Gottesdienst gestaltet werden? Kann sich diesen jeder selbst, jede christliche Gruppe, jeder Gemeinschaft oder Kirche zusammenstellen? Vielleicht, dass man jeden Sonntag einen Grund auf neuen, künstlerischen und modernen Ablauf entwirft? Fragen wir zurück, stammt dann dieser von Gott, und hat der Verantwortliche einen Auftrag von „Mose“ nach Gottes Plan erhalten? Wollen wir uns als Christen doch an Hebr 9,1 orientieren. „Es hatte zwar auch der erste Bund seine Satzungen für den Gottesdienst und sein irdisches Heiligtum.“ – Demnach hat auch der neue Bund seine Satzungen und ein irdisches Heiligtum, zwar anders, aber doch auch. Und so finden wir viele Hinweise deutlich im Neuen Testament. Deshalb ist nicht jeder, auch noch so schön empfundene „Gottesdienst“, schon Gott gefällig, es sei denn, dass er die biblischen Elemente des Sündopfers, Brandopfers und Dankopfers inklusive der Belehrung des berufenen Priesters oder Pastors enthält. Erst dann liegt der Segen Gottes auf solch einer Anbetungsstätte und kann das dort durch die Gläubigen dargebrachte „geistliche Opfer“ mit echtem Feuer entflammen.


NT – Markus 6,14-29 Stabübergabe der Bußprediger

Mit Herodes ist Herodes Antipas, Vierfürst, gemeint, den man wegen seiner politischen Gerissenheit auch Fuchs nannte. Die Verse 17-29 verdeutlichen in drastischer Form die Gefangennahme des Bußpredigers Johannes des Täufers und seinen Tod. Jesus verkündete danach in gleichem Stil und mit größerer Autorität die gleiche Botschaft des Gerichts, der Buße und der anbrechenden Gottesherrschaft. Nach Daniel 7 schloss dies auch das Ende der Weltreiche ein. Herodes war deshalb in seinem Gewissen getroffen und um sein Reich besorgt, besonders weil das Volk Jesus als einen verheißenen oder wieder auferstandene Propheten ansah.

Markus stellt hier Jesus als den größeren Propheten und Nachfolger Johannes des Täufers vor. Sein Werk geht hier zu Ende und Jesus nimmt den Stab auf und trägt ihn bis zum Ziel. Seine Botschaft wird nicht nur vom einfachen Volk gehört, sondern dringt auch in das Gewissen der herrschaftlichen Klasse und bis zum König Herodes selbst vor. Ob jetzt Herodes Antipas bereit ist Buße zu tun und sein Leben dementsprechend zu verändern?

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

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25. Mai – Hauskirche

24 Sonntag Mai 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

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Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf

Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.


Schriftteil

AT– 3. Mose /Levitikus 8

https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose8

Gebet – Psalm 119,17-32

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm119%2C17-32

NT – Markus 6,6b-13

https://www.bibleserver.com/EU/Markus6%2C35-43


Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Levitikus 8  –  Die vorbildhafte Weihe der heiligen Priester zum Dienst am Heiligtum für ein heiliges Volk –

Nachdem Mose den Plan vom himmlischen Heiligtum von Gott erhalten, geplant und mit Hilfe des Volkes fertiggestellt hatte, beginnt er mit der Gesamtweihe. In guter Ordnung werden öffentlich in Gegenwart des Volkes das Bundeszelt und alle Geräte mit heiligem Salböl zur Benutzung geweiht. Als Höhepunkt werden die Diensthabenden, zuerst der oberste Repräsentant Aaron, dann die Mitpriester eingekleidet, gesalbt und zum Dienst eingesetzt. Alle anzulegenden Kleider haben eine bestimmte symbolische und wirkliche Bedeutung für den innigen Dienst zwischen Gott und dem 12-Stämmevolk. Sie drücken aus, dass sie das Volk Gott nahebringen und wiederum Gott dem Volk nahebringen sollten.

Weil diese Weihe auch vorbildhaft für das zu heiligende Volk gilt, müssen die Priester sich zuerst selbst heiligen. Auch sie sind Sünder und bedürfen der Versöhnung und Reinigung mit Gott, bevor sie ihren Dienst tun können. Blut eines reinen Opfertiers wird an ihre Ohren, Daumen und große Zehen getupft. Ihr Hören, Handeln und Wandeln sollen gereinigt und vorbildhaft, auch für das gesamte Volk sein. Die Sündenabwaschung (V6) am Waschfass spricht von der Priestertaufe (nicht untertauchen, aber besprengen und waschen) zu Beginn ihres Dienstes. Blut der Versöhnung und Wasser von oben sind ja für alle wichtig (Hes 36,25-27).

Nach dem die Feier durch vier Phasen gelaufen ist (V 4-30), wird abschließend als wichtig erwähnt, dass Aaron und die Priester mit Blut und heiligem Salböl besprengt (mit dem auch später Könige und Propheten eingesetzt wurden), den Dienst beginnen konnten. Heiligung ist aber nicht eine angeborene Fähigkeit. Sie wird von Gott verliehen und muss eingeübt werden. Deshalb wurden die Priester für eine ganze Woche abgesondert und in heilige Quarantäne gesetzt. Hier abgesondert sollten sie innewerden, verinnerlichen, was ihr Dienst der Nahebringung zwischen dem Volk und Gott sein sollte.

Zu einer vorbildlichen Berufung: http://rekd.de/index.php?id=10

Anglikanischer Glaubensartikel 23  – Von der Berufung zum Dienst in der Gemeinde

Niemand ist es erlaubt sich das Amt des öffentlichen Predigens oder der Verwaltung der Sakramente in der Gemeinde unberechtigt anzueignen, wenn er nicht vorher dazu rechtmäßig berufen und zur Ausübung gesandt ist. Wir müssen aber diejenigen als rechtmäßig berufen und gesandt betrachten, welche für dieses Werk von solchen Menschen hinzugewählt und angenommen worden sind, denen in der Gemeinde öffentliche Vollmacht gegeben ist, Diener zu berufen und in den Weinberg des Herrn zu senden.


NT – Markus 6,6b-13

Gemeinsam ausgesandt, zielgerecht und unbelastet

Mit einer Ablehnung der Botschaft Jesu im eigenen Heimatort (6,1-6a) oder an anderen Orten ist immer zu rechnen. Nach einer Zeit des Praktikums sendet Jesus sechs Jünger-Paare aus, gemeinsam sich im Dienst zu ermutigen, zu unterstützen und die gleiche Botschaft Jesu vom Reich Gottes und unter mitbegleitenden Zeichen zu verkünden. Sie sollen im Vertrauen unbelastet von großen Reisevorbereitungen nur mit Minimalausstattung ausziehen. Auch bei ihnen geht es wie bei Jesus um die Umkehrpredigt, die Entdämonisierung und um Heilungen bei hörenden und willigen Menschen. Während ihrer kurzen Missionsreise sind sie auf ihren Wegen und Unterkünften allein auf die Leitung des Heiligen Geistes angewiesen. Und da sie sich nur auf wenige Lebensnotwendigkeiten sorgen müssen, sich aber ganz um Jesu Befehl kümmerten, gab Gott ihnen einen überreichen Erfolg durch Verkündigung, Austreibung böser Geister und Heilung.

Sind auch wir solche Jünger, die sich eher um das Lebensnotwendige kümmern, uns auf unserem Lebensweg und Lebensaufenthalt vom Geist Gottes leiten lassen? Wenn ja, dann lasst uns auf das Wichtigste des Reiches Gottes, die klare Verkündigung des Evangeliums ausrichten und von Jesus erwarten, dass er uns zeichenhaft im Dienst bestätigt.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

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23. Mai – Hauskirche

23 Samstag Mai 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

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Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

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Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.


Schriftteil

AT– 3. Mose /Levitikus 5

https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose6

Gebet – Psalm 118,15-29

https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm118%2C15-29

NT – Markus 5,35-43

https://www.bibleserver.com/EU/Markus5%2C35-43

Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Levitikus 6  –  Bestimmungen für die Priester

Nach den allgemeinen Opfervorschriften folgen im Buch Levitikus nun die speziellen Anweisungen für die Rolle der Priester bei den Opferhandlungen. Insbesondere wird festgelegt, dass der Priester, der das Sündopfer darbringt, es auch essen soll, „an heiliger Stätte im Vorhof der Stiftshütte; wer das Fleisch des Opfers anrührt, soll dem Heiligtum gehören.“

Der Apostel Paulus wird diesen Gedanken in seinem Brief an die Korinther aufgreifen: „Wisst ihr nicht, dass, die im Tempel dienen, vom Tempel leben, und die am Altar dienen, vom Altar ihren Anteil bekommen? So hat auch der Herr befohlen, dass, die das Evangelium verkündigen, vom Evangelium leben sollen.“ (1Kor 9,13-14). Hiermit begründet der Apostel den Unterhalt für die Verkünder des Evangeliums, den er selbst zwar für sich nicht in Anspruch nimmt, aber dennoch grundsätzlich einfordert.

Die Kirche und ihre Vertreter haben sich im Laufe der Geschichte immer wieder unrechtmäßig bereichert, und sicherlich kann man auch heute noch Elemente wie das Kirchensteuermodell oder bestimmte Investitionen kritisieren. Aber es hat nichts Unchristliches, wenn ein Geistlicher eine angemessene Vergütung erwartet. Wer der Gemeinde dient, soll auch von ihr leben dürfen.


NT – Markus 5,35-43 – Die  Auferweckung der Tochter des Jaïrus

Neues Leben fühlt‘ ich glimmen

in des Blutes heißem Lauf,

Und die lieblichste der Stimmen

rief mir leise: ‚Kind, steh, auf!‘

  • Ilja Jefimowitsch Repin: Die Auferweckung der Tochter des Jairus

In diese wunderschönen Worte fasst der Dichter Felix Dahn die Geschehnisse rund um „Jairi Töchterlein“. Es handelt sich um den ersten Bericht im Markusevangelium darüber, dass Jesus sogar Macht über den Tod hat. Die Frage nach der Auferstehung taucht immer wieder im Evangelium auf. Die Sadduzäer leugnen sie, und auch Jesu Jünger verstehen sie nicht richtig. Deshalb betont er mit Nachdruck: „Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.“

Die Auferweckung der Tochter des Jaïrus, der trotz allen Widerstands und Spotts an seinem Flehen Jesus gegenüber festhielt, weist beispielhaft auf die Auferstehung der Toten hin. „Fürchte dich nicht, glaube nur!“, sagt Jesus zu ihm und auch zu uns allen. Wer im Glauben an Jesus aus diesem Leben scheidet, darf hoffen, dass es ihm so ergehen wird, wie es Dahn formuliert:

Lächelnd wird er wieder stehen

an des offnen Grabes Rand,

Und zu ew’gem Wiedersehen

reicht er mir die milde Hand.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

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Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

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22. Mai – Hauskirche

21 Donnerstag Mai 2020

Posted by Bischof Meyer in Gebetbuch - Erklärungen, Hauskirche

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Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

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Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.


Schriftteil

Nachfolgende Schriftlesungen anklicken und auf Bibelserver lesen:

AT– 3. Mose /Levitikus 5

Gebet – Psalm 118,1-14

NT – Markus 5,1-20

Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Levitikus 5  –  Weitere Opferbestimmungen

Unter den zahlreichen detaillierten Opferbestimmungen fällt unter anderem auf, dass es eine gewisse soziale Staffelung bei den Opfergaben gibt, eine Art ‚Dreiklassenopferrecht‘. Wer sich kein Schaf leisten kann, darf Tauben opfern, wer auch diese nicht aufbringen kann, der opfere einfach nur etwas Mehl. Ein wenig erinnern diese Vorschriften an die traurige Zeit des Ablasshandels, dessen Tarife sich ebenfalls nach Leistungskraft richteten. Edelleute zahlten sechs Gulden, Bürger und Kaufleute drei, Handwerker nur einen Gulden.

Für uns Christen sind solche Unterscheidungen müßig. Der eine mag schwerere Sünden begangen haben als der andere, dieser wiederum mag weniger Geld haben als jener. Aber all das spielt keine Rolle. „Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.“ (Römerbrief 3,22-24) Amen.


NT – Markus 4,21-34– Die Heilungen des Besessenen von Gerasa

Es ist das erste Mal im Markusevangelium, dass Jesus als Sohn Gottes erkannt und angesprochen wird. Aber nicht etwa von einem der Apostel, sondern von einer Legion von Dämonen. Auf eben dieses Ereignis wird im Brief des Jakobus angespielt. Der Autor beschäftigt sich mit der Frage, ob der Glaube allein retten könne: „Du glaubst: Es gibt nur einen Gott. Damit hast du Recht; dies glauben auch die Dämonen und sie zittern.“

Wird hier also die Lehre des Paulus von der Rechtfertigung aus Glauben kritisiert? Keineswegs! Es wird nur ein auch heute noch weit verbreitetes Missverständnis in Bezug auf den Begriff ‚Glaube‘ aufgeklärt. Glauben im Sinne von ‚eine Aussage für richtig halten‘ kann keine Rettung bringen. Das Englische unterscheidet hier treffend zwischen ‚belief‘ und ‚faith‘, wobei ersteres genau das meint, wovon Jakobus hier spricht, eine innere Überzeugung, wie zum Beispiel jene, dass es einen Gott gibt. Diese Überzeugung teilen auch die Dämonen, werden von Jesus aber nicht in den Himmel, sondern in die Schweineherde geschickt. ‚Faith‘ hingegen meint den Glauben als lebendige Beziehung zu Gott, geprägt von Gehorsam und Vertrauen. Wer von diesem Glauben erfüllt ist, wird nicht in Untätigkeit verharren. Der Glaube ist auf Gott und den Nächsten gerichtet. Deshalb wird er in der Liebe tätig.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

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21. Mai – Himmelfahrt

20 Mittwoch Mai 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

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Andacht zum Himmelfahrtstag

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

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Wochenspruch

Christus spricht: Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. (Joh 12,32)

Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.


Schriftteil

AT– 2 Könige 2,1-14

https://www.bibleserver.com/EU/2.K%C3%B6nige2%2C1-14

Gebet – Psalm 47

https://www.bibleserver.com/LU/Psalm47

NT – Lukas 24,44-53

https://www.bibleserver.com/EU/Lukas24%2C44-53

Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – 2 Könige 2,1-14 – Die Entrückung Elias

Elia schlägt mit seinem Mantel auf das Wasser, und sogleich teilt es sich nach beiden Seiten, so dass Elisa und er trockenen Fußes hindurchschreiten können. Die Parallele zu Mose, der mithilfe seines Stabes das Meer teilte, ist unverkennbar. Aber damit endet die Verbindung noch nicht. Mit Elia eröffnet Gott eine neue Weise, sein Volk zu führen: durch das prophetische Wort. Dem Gesetzgeber Mose tritt nun der Prophet an die Seite.

Im Neuen Testament werden uns beide Gestalten wiederbegegnen, und zwar bei der Verklärung Jesu. Sie treten hier als Vertreter des Gesetzes und der Propheten auf, jener beiden Elemente göttlicher Offenbarung, die bis zu Johannes dem Täufer reichen. „Von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt.“ (Lukas 16,16) In der Verklärungsszene wird dieser Umschwung deutlich, wenn der Vater sagt: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“ (Matthäus 17,5) Mit Jesus Christus und seiner Verkündigung beginnt eine neue Zeitrechnung, jedoch kein vollständiger Bruch mit der Vergangenheit. Der entrückte Elia weist auf Christus als die nächste Stufe der göttlichen Heilsgeschichte.


NT – Lukas 24,44-53 – Die Entrückung Jesu

„Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht.“ Mit diesen Worten verdeutlicht Jesu die Bindung an die alttestamentlichen Schriften, in deren Kontinuität er steht. Anschließend erteilt er seinen Jüngern den Missionsbefehl, den Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums unter allen Völkern. Da dieser Auftrag mit menschlichen Mittel allein nicht zu bewältigen ist, verheißt Jesus seine bleibende Gegenwart durch die Ausgießung des Heiligen Geistes, wie sie wenige Tage später zum Pfingstfest geschehen sollte.

In unserer Tradition hat das Pfingstfest einen höheren Stellenwert als das Fest der Himmelfahrt Christ, weil ersteres als die Geburtsstunde der Kirche gilt. Diese Hochschätzung ist zweifellos angemessen, doch besteht eine direkte Verbindung zum vorherigen Ereignis. Wenn Pfingsten die Geburtsstunde der Kirche ist, so ist Himmelfahrt die Geburtsstunde der christlichen Mission – und ohne Mission keine Kirche!


Abschlussgebet

Tagesgebet zum Himmelfahrtstag

Allmächtiger Gott! Wir bitten Dich: Verleihe uns, die wir glauben, dass Dein eingeborener Sohn, unser Herr Jesus Christus, zum Himmel aufgefahren ist, dass auch unsere Herzen und Sinne sich dahin erheben und beständig bei ihm wohnen. Der mit Dir und dem Heiligen Geist, ein einiger Gott, lebt und regiert, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Dieses Tagesgebet soll für die gesamte Festwoche gelten.

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Johann Sebastian Bach: Die Himmelfahrt

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20. Mai – Hauskirche

20 Mittwoch Mai 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

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Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf

Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.


Schriftteil

AT– 3. Mose /Levitikus 3

https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose3

Gebet – Psalm 115

https://www.bibleserver.com/LU/Psalm115

NT – Markus 4,21-34

https://www.bibleserver.com/EU/Markus4%2C35-41

Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Levitikus 3  –  Das Heilsopfer

Das Heilsopfer (manchmal auch Dankopfer genannt) unterscheidet sich von den vorangegangenen dadurch, dass der Opfernde selbst davon isst, und zwar das gesamte Fleisch. Nur das Fett ist Gott vorbehalten und wird vollständig verbrannt. Was der moderne Leser vielleicht für eine sinnvolle Maßnahme gesunder Ernährung halten mag, ist in Wirklichkeit demütiger Verzicht – das Fett galt als der wertvollste Teil. Auch das Blut ist Gott vorbehalten, es darf nicht verzehrt werden und wird stattdessen an den Altar gesprengt. Das Verbot des Blutverzehrs hat sich, im Gegensatz zu vielen anderen alttestamentlichen Bestimmungen, bis in die Apostelgeschichte gehalten. Auf dem Apostelkonzil wird vereinbart, dass man sich von Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktem und Unzucht fernzuhalten habe.

Blut ist ein ganz besonderer Saft, heißt es bei Goethe. Wir Christen erkennen das Blut als Quelle des Lebens an. Wo es einen Blutkreislauf gibt, da ist Leben. Als Spender allen Lebens gehört das Blut Gott allein. Deshalb schreit unschuldig vergossenes Blut zum Himmel nach Rache (Genesis 4,10), deshalb darf Blut nicht verzehrt werden.

Vor diesem Hintergrund verstehen wir erst die umwälzende Bedeutung des Opfers Jesu. Im Heiligen Abendmahl empfangen wir das Blut Christi, das für uns vergossen wurde. Durch ihn, mit ihm und in ihm erfahren wir die Versöhnung mit Gott.


NT – Markus 4,21-34– Die Stillung des Sturmes

„Ihr Kleingläubigen!“ Dieser Vorwurf Jesu an seine Jünger findet sich viele Male in den Evangelien, unter anderem in dieser Geschichte, in der die Jünger Angst vor dem Aufziehen eines heftigen Wirbelsturms haben. Interessant dabei ist, dass wir aus dem Munde Jesu den Vorwurf des Kleinglaubens weit häufiger hören als den des Unglaubens. Das mag den Umständen geschuldet sein, liegt aber vielleicht auch daran, dass unser Herr wusste, dass Kleinglaube für seine Kirche gefährlicher sein würde als Unglaube. Der Ungläubige wird sich früher oder später von der Kirche entfernen, was für den Leib zwar schmerzhaft, aber verkraftbar ist. Der Kleinglaube hingegen ist feige und bequem. Daher macht er es sich mit Vorliebe in den Gliedern des Leibes gemütlich und schwächt ihn von innen heraus.

Es ist der aufziehende Wind, der den Glauben kleinhält. Er war es damals, er ist es heute. Nur ist es heute der gesellschaftliche Gegenwind, der für die Kleingläubigkeit verantwortlich ist. Der Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung lässt manchen Christen heute tiefer sinken, als es der See Genezareth je gewesen ist.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

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19. Mai – Hauskirche

19 Dienstag Mai 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

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Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf

Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.


Schriftteil

AT– 3. Mose /Levitikus 2

https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose2

Gebet – Psalm 113+114

https://www.bibleserver.com/EU/Psalm113

NT – Markus 4,21-34

https://www.bibleserver.com/EU/Markus4%2C21-34

Homilie /Anstöße zu den Lesungen

AT – Levitikus 2  –  Das Speisopfer

Bereits in der Erzählung von Kain und Abel wurde deutlich, dass Gott ein Brandopfer (tierisch) einem Speisopfer (pflanzlich) vorzieht. Daher ist auch in der levitischen Aufzählung das Speisopfer dem Brandopfer nachgeordnet. Dennoch nimmt Gott das Opfer wohlwollend an, sofern es frei von Sauerteig und Honig, dafür aber mit Salz versetzt ist. Was auf den ersten Blick willkürlich wirken mag, hat in Wahrheit einen tieferen Sinn. Sauerteig ist ein Zersetzungsprodukt, auch Honig kann eine Gärung erzeugen. Salz hingegen hat eine konservierende Wirkung. Deshalb haben erstere auf dem Altar Gottes keinen Platz, letzteres aber ist erwünscht.

Diese symbolische Bedeutung können wir Christen jenseits der Opferpraxis übernehmen. Aus der Sphäre des Heiligen ist alles, was Zersetzung oder Fäulnis mit sich bringt, fernzuhalten. Stattdessen sollten wir uns im Prozess der Heiligung stets an dem orientieren, was Bestand hat und uns stabil in Gottes Gegenwart hält.


NT – Markus 4,21-34 – Das Gleichnis vom Wachsen der Saat

Immer wieder vergleicht unser Herr das Gottesreich mit einem Samen, der in die Erde gepflanzt ist. Nichts kann sich aus ihm entwickeln, was nicht bereits in ihm angelegt wäre. Wir dürfen und sollen diese Saat in ihrer Entwicklung pflegen und begleiten. Aber der Griff zur Sichel steht uns nicht zu.

„Die Zeiten ändern sich, also muss sich auch die Kirche ändern“, lautet eine immer wieder zu hörende Forderung. Aber es ist uns nicht gestattet, der kirchlichen Lehre äußere Gewalt anzutun. Wohl darf sie sich entwickeln, die Kirche darf und soll in ihrer Erkenntnis wachsen. Aber dieses Wachstum muss organisch sein, eine natürliche Entwicklung aus sich selbst heraus. Kritiker wenden oft ein, dass etwa die Trinitätslehre eine menschliche Erfindung darstelle, da sie nicht im Neuen Testament enthalten sei, und die Ausformulierung dieser Lehre, wie sie auf den ökumenischen Konzilen beschlossen wurde, sucht man im Neuen Testament tatsächlich vergebens. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht darin enthalten ist. Das Neue Testament ist in erster Linie Zeugnis, Zeugnis der Offenbarung. Es enthält zwar Ansätze theologischer Reflexion, aber keine theologischen Lehrsysteme. Die Trinitätslehre stellt somit eine spätere Entwicklung dar, aber sie ist die gesunde und folgerichtige Entwicklung der neutestamentlichen Zeugnisse. Was dort über den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist unter dem Eindruck unmittelbarer Offenbarung gesagt ist, lässt sich nur so verstehen, wie es die Väter formuliert haben. Für diese Entwicklung dürfen wir dankbar sein. Willkürliche Veränderungen der kirchlichen Lehre nach eigenem Gutdünken gilt es hingegen zu bekämpfen.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

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18. Mai – Hauskirche

18 Montag Mai 2020

Posted by Bischof Meyer in Hauskirche

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Familien- oder Hausandacht am Morgen

Hinweis zur Kurzfassung

Zur entsprechenden Zeit wird zur Andacht zusammengerufen. Ein kurzer Abschnitt wird aus der Heiligen Schrift gelesen. Das Familienoberhaupt oder ein anderes Mitglied der Familie beginnt die Morgen- oder Abendandacht mit der Familie oder anderen Anwesenden. Zu Beginn wird das Vaterunser gebetet, zu dem alle, wenn möglich, knien.

Die Lesungen werden unterbrochen, an Sonntagen und anderen kirchlichen Feiertagen oder Gedenktagen. Gesamte Jahreslesung hier zum Download: http://www.rekd.de/tl_files/rekd/downloads/Lektionar.pdf

Eingangsgebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.


Schriftteil

At – Levitikus 1

https://www.bibleserver.com/EU/3.Mose1

Gebet – Psalm 112

https://www.bibleserver.com/EU/Psalm112

NT – Markus 4,1-20

https://www.bibleserver.com/EU/Markus4%2C1-20

Homilie /Anstöße zu den Lesungen

Diese Woche verfasst von Dr. Sebastian Moll – docmoll@web.de


AT – 3. Mose 1 / Levitikus 1 – Das Brandopfer

Immer wieder wird der Heiligen Schrift vorgeworfen, sie habe mit der heutigen Lebenswirklichkeit wenig zu tun. Insbesondere auf das Buch Levitikus scheint dieser Vorwurf zuzutreffen. Die kultischen Opfervorschriften, die es enthält, wirken nicht nur fremd, sondern in ihrer Detailtreue mitunter sogar ein wenig eklig.

Und doch stellt das Opfer ein grundlegendes Element des lebendigen Glaubens dar. Wenn in Vers 4 geboten wird, dass der Spender dem Opfertier die Hand auflegen solle, so bringt er damit eine enge Verbindung zwischen sich und dem Tier zum Ausdruck. Er opfert Gott nicht einfach irgendetwas Beliebiges, sondern gibt einen Teil seiner selbst hin. Durch das Opfer kann die zerstörte Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch wiederhergestellt werden, die durch die Sünde zerstört beschädigt wurde. Die durchaus peniblen Vorschriften sind keine Schikane, sondern sollen gewährleisten, dass Gott das Opfer als „lieblichen Geruch“ (Vers 9) empfindet und somit annimmt. 

Wir Christen schauen auf das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt. Im Kreuzestod Christi erkennen wir das letztgültige und vollständige Opfer. Aus diesem Grund haben wir die alttestamentliche Praxis des Tieropfers abgeschafft. Daher können wir es uns sparen, die hierfür dargelegten Regeln zu verinnerlichen. Sehr wohl aber müssen wir uns wieder in den Geist des Opfers und des Opfertodes hineinfinden. Immer mehr verbreitet sich die Vorstellung, der Sühnetod Christ sei ein veraltetes Konstrukt, von dem es sich zu verabschieden gelte. Keineswegs! Veraltet ist lediglich das rituelle Tieropfer. Das Opfer Jesu ist und bleibt das Zentrum des christlichen Glaubens.


NT – Markus 4,1-20 – Das Gleichnis vom Sämann

Was bei dem berühmten Gleichnis vom Sämann sofort auffällt, ist die ausführliche Betonung des Misserfolgs der Wortverkündigung. Dem einen Fall, in dem das Wort auf fruchtbaren Boden fällt und gedeiht, stehen gleich drei Szenarien des Scheiterns gegenüber. Sonderlich ermutigend wirkt das auf einen Prediger nicht. Andererseits steht diesen Misserfolgen eine schier unendlich reiche Ernte entgegen, für es sich zu arbeiten lohnt.

Aber auch die Hörer des Wortes sollten sich nicht entmutigen lassen. Zwar könnte man das Gleichnis so verstehen, dass Erfolg und Misserfolg gleichsam vorherbestimmt sind, je nachdem, zu welcher Sorte ‚Boden‘ man gehört. Doch nicht umsonst endet das Gleichnis mit der eindringlichen Mahnung: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Jesus nimmt seine Hörer in die Pflicht. Angst, Sorgen oder Gier können das gedeihliche Wachsen des gesäten Wortes behindern, aber sie müssen es nicht. Vielmehr müssen sie täglich aufs Neue überwunden werden.

Abschlussgebet

Gebet um Gnade

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

An dieser Stelle kann jedes andere Gebet gesprochen werden. Hier können persönliche Gebete folgen, danach folgt der Segen.

Segen – 2. Kor 13,13

Alle sprechen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

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17. Mai – Zoomkirche

17 Sonntag Mai 2020

Posted by Bischof Meyer in Allgemein, Hauskirche

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Predigt vom 17. Mai – Ausschnitt aus dem Zoom Gottesdienst, geleitet von Diakon Jared Wensyel, Frankfurt

Liturgie hier auf Zoom nach „Das Allgemeine Gebetbuch“ Seite 99 – Lieder zum Mitsingen Zuhause.

Die betende Gemeinde und mein persönliches Gebet

Lukas 11,5-13

Am heutigen 5. Sonntag nach Ostern, Rogate, wird das Thema – die betende Kirche in dem Mittelpunkt gestellt. Für die Kirche Christi weltweit und für unser persönliches geistliches Leben ist das Gebet, die Kommunikation zwischen mir und Gott sehr wichtig.

Über das Gebet allgemein

Für die Kirche und Ortsgemeinde gilt diese vierfache Priorität nach Apg. 2,42. Die Urkirche hielt sich mit ihren Mitgliedern beständig an vier apostolischen Prinzipien.

1. Die Belehrung / Verkündigung durch die Schrift, 2. An die einander helfende diakonische Gemeinschaft, 3. die wöchentlicher Mahlfeier und 4. spezielle Gebete Jesu und die der Schrift. Für das persönliche Glaubensleben nehmen wir aus diese vier Prinzipien heute zwei heraus und konzentrieren uns auf nur eines, das Vierte.

Zwei Prinzipien für das geistliche Leben

a.Die tägliche Schriftlese:

Wichtig vor allem ist täglich, regelmäßige und geordnete Lese durch die Heilige Schrift. Dadurch lernen wir den Willen Gottes unser Leben besser kennen. Das ist unsere persönliche Belehrung durch Gott: Unter der Belehrung der Apostel bleiben, das Prinzip 1.

b. Das tägliche Gebet. (Prinzip 4 der Kirche)

Auf dieses Gebetsprinzip (auch Vaterunser genannt), das für die Kirche Christi gesamt und für unser persönliches Leben bestimmt ist, möchte ich heute Morgen weiter eingehen.

In der Einleitung zu unserem Text, Lukas 11, 1-4 antwortet Jesus seinen Jüngern und gibt ihnen Worte und die Prinzipien für ein biblisches Gebet. Die Anrede an den Vater, die fünf regelmäßigen notwendigen Fürbitten und eine herrliche Verehrung zum Abschluss an den Vater im Himmel gerichtet.

In den Versen 5-13 folgte Jesus dieser Gebetsanweisung und benutzt eine Alltagsgeschichte von damals Gleichnis, um für unsere persönlichen Gebete ein Gebetsprinzip zu erklären.

Dabei geht es um die Notwendigkeit des Gebets. Es muss erstens beständig, beharrlich und ausdauernd sein. Zweitens muss es ein vertrauensvolles Gebet sein. Beide Prinzipien: Beständigkeit und volles Vertrauen in der Kommunikation mit Gott im Gebet ist notwendig. (Dabei wollen wir nicht die zweite Seite der Medaille, unsere beständige Bibellese vergessen.

A. Zum ausdauernden Gebet

erzählt uns Jesus die Geschichte vom Freund oder Nachbarn, der abends noch besucht wird und Übernachtungsgäste bekommt. Das war damals nicht unüblich, denn man reiste lieber morgens oder nachmittags gegen Abend, um der brennenden Sonne des Mittelmeeres zu entgehen. Nun treffen also solche Menschen noch verspätet ein. Gastfreundschaft steht an erster Stelle, aber Aldi und Rewe sind leider um 23 Uhr nicht mehr offen. Was tun? Gehe zum guten Freund und Nachbarn, der wird dir schon helfen. Und da entspannt sich ein Gespräch und diese Argumentation: Das geht nicht mehr. In dem Einzimmerschlafraum, auch noch die Kleinen im selben Bett, kann nicht aufstehen. Das gibt nur Unruhe, Ärger, Geschrei. Das lass mal. Und so flüstert er immer weiter vor der Tür, klopft, fragt, bittet, hört einfach nicht auf. Schließlich erhält er auch nach 23 Uhr doch noch Antwort und materielle Hilfe auf sein beständiges hoffnungsvolles Bitten und Bedrängen.

Anwendung

Jesus will uns damit deutlich fragen, ob wir es wirklich ernst meinen in unserem Gebet, ob wir beständig, beharrlich und auch eindringlich sind, wenn wir beten. Ja, wir beten, aber vielleicht wiederholen wir nur einige Fakten, die uns in den Kopf kommen, erzählen Gott oder anderen, die zuhören, einige Ideen oder Vorschläge. Wollen wir uns darin prüfen. Klopfen wir bei Gott an, wenn wir etwas Nötiges brauchen? Bringen wir unser Notwendiges zum Leben – psychisch, körperlich, familiär, kräftemäßig vor ihn? Beobachten wir neben den Alltagsnotwendigkeiten auch darauf, worum ich zielgerichtet bitten sollen?

Nämlich, nicht nur an erster Stelle um meine und unsere persönlichen Notwendigkeiten, sondern um den Heiligen Geist. Er ist das A und das O für unser Gebet, ob es nach unserer Ernstlichkeit und Beharrlichkeit auch erhört wird. Intensives und beharrliches Bitten, Suchen und Klopfen ist unbedingt notwendig, aber ohne Begleitung, vom Anfang bis zum Ende, geleitet durch den Heiligen Geist, ist jedes Gebet mühsam und schließlich nutzlos. Wenn dieses Gebet nur mit positivem Denken und Selbstermutigung einhergeht, kann es Gott nicht erhören.

Denn mit solch einer Lebenseinstellung müssen diese Menschen erst die Wirkung des Heiligen Geistes erfahren, echte Buße vom Egoismus zu erleben, an Christus allein zu glauben und liebe, und so das Glück in dieser und zukünftigen Welt zu erleben. Alle diese darauf erfolgenden Segnungen will uns Gott durch das Wirken des Heiligen Geistes geben, irdische und himmlische. Deshalb werden auch die Kirche und Gemeinde Christi und ich selbst, kurz vor Himmelfahrt und Pfingsten, auf das Warten und das Empfangen des Heiligen Geistes hingewiesen.

B) Zum vertrauensvollen Gebet

Beschenkt werden wir aber vom Himmlischen Vater doch nur, wenn wir mit der richten Einstellung zu ihm kommen. Es geht um das Vertrauen wie Kinder zu den Eltern: Wir wollen ihn beständig fragen + um Antworten von ihm zu bekommen. Wir wollen beständig unseren Vater suchen, +um vom ihm zu bekommen, was noch in unserem Leben fehlt. Wir wollen bei unserem Vater anklopfen, + um hereingelassen zu werden, +um an der innigen Gemeinschaft unserer Eltern, der Dreieinigkeit teilhaben zu können.

Und unser Vater im Himmel wird antworten. Es ist ihm eine Ehre, wie jedem Elternteil, wenn ein Kind immer wieder kommt und fragt, und fragt und lernt und dankbar es annimmt.

Gott wird geehrt, wenn wir im kindlichen Glauben zu ihm kommen und von ihm etwas erwarten, was wir benötigen. Wir werden es dann erhalten, vielleicht nicht sofort, aber zu seiner Zeit.

Durch unsere vertrauensvollen und kindlichen Bitten werden unsere notwendigen Bedürfnisse des Lebens an Gott gerichtet. Und das ist der Vorteil eines solchen Glaubensgebetes für uns.: Unser Herz wird in Gott beruhigt und gefestigt. Amen.

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